Die vor drei Tagen mit US-Sanktionen belegte Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat vor einem "Niedergang des Völkerrechts" gewarnt. Sie habe erwartet, dass es dieses Mal sie selbst treffen würde, teilte Tomoko Akane am Freitag in einer Erklärung im Onlinedienst X mit, die von ihrem Verlag Bungei Shunju veröffentlicht wurde. Sie sei deshalb nicht überrascht. "Das Wichtigste ist, nicht zuzulassen, dass dies der Beginn des Niedergangs des Völkerrechts ist", schrieb Akane.Â
Die USA hatten am Dienstag Sanktionen gegen die IStGH-Präsidentin Akane sowie gegen den Ankläger Abdoulaye Seye verhängt. Beide dürfen nicht mehr in die USA einreisen und können keine Überweisungen im US-Finanzsystem tätigen, etwa mit Kreditkarten von Visa oder Mastercard.
US-Außenminister Marco Rubio hatte die Sanktionen mit den Worten begründet, der IStGH sei ein "korruptes und in fataler Weise politisiertes" Gericht, das seine Befugnisse "böswillig missbraucht und sein Mandat überschritten" habe. Akane und Seye seien an Versuchen des IStGH beteiligt gewesen, Amtsträger zu verfolgen, deren Regierungen nicht in die Zuständigkeit des Gerichts eingewilligt hätten. Beispiele dafür nannte er nicht.
Akanes Erklärung war das erste Mal, dass sie sich selbst nach Verhängung der Sanktionen zu Wort meldete. Der IStGH hatte zuvor von einem "eklatanten Angriff" auf seine Unabhängigkeit gesprochen. Viele Länder, darunter Deutschland, kritisierten die US-Strafmaßnahmen scharf.
Der IStGH wurde 2002 gegründet und verfolgt Verdächtige, die schwerster Gräueltaten, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden. Die USA haben den Gründungsvertrag zwar unterschrieben, aber nie ratifiziert.Â
Zuletzt verhängten sie zahlreiche Sanktionen gegen Mitglieder des Gerichts, insbesondere, seitdem sich dessen Ermittlungen gegen Mitglieder der israelischen Regierung richten. Im Juli verschärfte Washington sein Vorgehen und forderten andere Länder auf, aus der Institution auszutreten. Dem folgten Venezuela und der Tschad.Â
Brennpunkte
IStGH-Präsidentin warnt nach US-Sanktionen vor "Niedergang des Völkerrechts"
- AFP - 21. August 2026, 13:57 Uhr
Die mit US-Sanktionen belegte Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs, Tomoko Akane, hat vor einem 'Niedergang des Völkerrechts' gewarnt. Die USA hatten am Dienstag Strafmaßnahmen gegen Akane und den Ankläger Abdoulaye Seye verhängt.
Weitere Meldungen
Als einer der wichtigsten Handelspartner des Iran hat China den von den USA angekündigten "Wirtschaftskrieg" gegen Teheran als unangemessen zurückgewiesen. "Sanktionen und Druck
MehrWegen eines Diebstahls beim Handballbundesligisten Füchse Berlin und vieler weiterer Straftaten ist ein 42-Jähriger zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht
MehrIn Schleswig-Holstein ist ein Immobilienverwalter wegen Veruntreuung von fast 1,3 Millionen Euro sowie weiterer Delikte zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kiel
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesnetzagentur hält die aktuellen Füllvorgaben für Gasspeicher für überholt. Die Vorgaben hätten sich in der Krise bewährt, aber
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere SPD-Außenpolitiker und langjährige Bundestagsabgeordnete Michael Roth wird ab 1. Oktober als Berater beim Deutschen Lotto- und
MehrDer Linken-Politiker und langjährige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, soll für die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) im Tarifkonflikt mit der Lufthansa
Mehr














