Gesundheit

Nordmazedonien: Schon fünf Tote durch von Mücken übertragenes West-Nil-Virus

  • AFP - 22. August 2026, 20:59 Uhr
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Stechmücken
Bild: AFP

Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus hat in Nordmazedonien in den vergangenen Wochen bereits fünf Menschen getötet. In dem Balkanstaat wurden insgesamt 43 Infektionen mit dem Virus festgestellt, der Großteil davon in den vergangenen drei Wochen.

Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus hat in Nordmazedonien in den vergangenen Wochen bereits fünf Menschen getötet. Wie das nordmazedonische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurden in dem Balkanstaat in jüngster Zeit insgesamt 43 Infektionen mit dem Virus bei Menschen festgestellt, der Großteil davon in den vergangenen drei Wochen. Fünf Infizierte seien gestorben.

"Fast jeden Tag wird jemand ins Krankenhaus eingeliefert und die Zahl (der Patienten) in der Klinik liegt bei etwa 20 bis 21", sagte der Leiter der Klinik für Infektionskrankheiten in Skopje, Fadil Cana. Anfang August hatten die Behörden für mehrere Gegenden in und um die nordmazedonische Hauptstadt eine West-Nil-Virus-Epidemie festgestellt.

Das von Stechmücken übertragene Virus wurde erstmals 1937 im West-Nil-Gebiet in Uganda nachgewiesen. Ein Großteil der Infektionen verläuft asymptomatisch oder mit leichten Symptomen, weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt erfasst wird. Infizierte, bei denen die Krankheit ausbricht, entwickeln grippeähnliche Beschwerden wie Zittern und Fieber. In schweren Fällen können Erkrankte ins Koma fallen. Über die Blutbahn kann das Virus zudem bis ins Gehirn gelangen und eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

Der nordmazedonische Gesundheitsminister Saso Klekovski hatte die Menschen am Freitag zu Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. So sollten sie ihre Swimmingpools leeren, um den Mücken keine Brutstätten zu bieten. Außerdem sollten sie den Behörden tote Vögel melden, da vermutet wird, dass diese dem Virus als Wirte dienen. In den vergangen Wochen wurde in Nordmazedonien im Kampf gegen die Stechmücken am Boden und aus der Luft massiv Insektenvernichtungsmittel ausgebracht, insbesondere rund um Bewässerungskanäle und andere Gewässer.

Das West-Nil-Virus war 2011 erstmals in Nordmazedonien nachgewiesen worden. Bis Ende vergangenen Jahres wurden lediglich 54 Infektionen registriert. Dieses Jahr hat sich die Lage angesichts des besonders heißen Sommers allerdings verschärft.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten hatte am Freitag mitgeteilt, dass seit Jahresbeginn bereits zwölf europäische Länder vor Ort übertragene Fälle einer West-Nil-Virus-Infektion gemeldet hätten. Außer Nordmazedonien waren dies Deutschland, die Niederlande, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Albanien, Griechenland, Rumänien, Serbien und das Kosovo.

In Europa treten die meisten Infektionen während der Mückensaison zwischen Frühjahr und Herbst auf. Hochzeit der Übertragungen ist zwischen Juli und September. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weder zugelassene Impfstoffe für Menschen noch passgenaue Behandlungsmethoden gegen das Virus.

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