Politik

AOK-Chefin plädiert für Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung

  • AFP - 25. August 2026, 02:14 Uhr
Bild vergrößern: AOK-Chefin plädiert für Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung
Pfleger mit Patientin
Bild: AFP

Die AOK-Bundesverbandschefin Reimann hat sich für einen Finanzausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung ausgesprochen. Für 2027 zeichne sich in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Defizit von rund acht Milliarden Euro ab, sagte Reimann der Funke-Mediengruppe.

Die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann hat sich für einen Finanzausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung ausgesprochen. Die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen sei in der privaten Pflegeversicherung deutlich geringer als in der gesetzlichen Pflegeversicherung, sagte Reimann der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). "Ein Finanzausgleich könnte deshalb in den nächsten Jahren zur Stabilisierung beitragen. Bisher ist das in der Koalition allerdings nicht geeint."

Für 2027 zeichne sich in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Defizit von rund acht Milliarden Euro ab, sagte Reimann. Wenn die Finanzierung nicht schnell stabilisiert werde, werde es zu weiteren Beitragssatzanhebungen kommen - "es sei denn, man trifft andere Maßnahmen oder stellt zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt bereit".

Reimann sprach sich dafür aus, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Pflegeversicherung aus Steuermitteln zu finanzieren. Dazu zählt sie auch die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.

Die AOK-Chefin begrüßte die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), die geplanten Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige nicht mitzutragen: "Es ist ein gutes Signal, dass sich der neue Minister bei diesem Thema gleich so klar positioniert hat." 5,7 Millionen Menschen seien pflegebedürftig, 86 Prozent würden zu Hause gepflegt, "zu großen Teilen von Angehörigen". Gerade dort die Rentenversicherungsbeiträge zu reduzieren, sei "der komplett falsche Weg".

Die Bundesregierung plant eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hatte die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet - auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Weitere Meldungen

"Terror-Unterstützer": USA streichen Syrien von Liste

Die USA haben ihre Sanktionen gegen Syrien weiter gelockert. Die US-Regierung strich das Land am Montag nach fast fünf Jahrzehnten von der Liste der "staatlichen Unterstützer

Mehr
Kolumbiens neuer Präsident kündigt Ausweisung illegaler Migranten an

Kolumbiens neuer Präsident Abelardo de la Espriella hat in seinem Vorgehen gegen illegale Migration die Behörden angewiesen, straffällig gewordene Ausländer ohne gültige

Mehr
Verbände fordern Handeln bei Klima- und Hitzeschutz - Hinweis auf Milliardenschäden

Mehrere Umweltverbände haben vor der Kabinettsklausur der Bundesregierung konkrete Beschlüsse für mehr Klima- und Hitzeschutz gefordert. "Ein Weiter-so können wir uns schlicht

Mehr

Top Meldungen

Klimaunion fordert von Merz: Klimaschutz zur Chefsache machen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor der Kabinettsklausur in Neuhardenberg hat die Klimaunion aus Mitgliedern von CDU und CSU Kanzler Friedrich Merz aufgefordert, Klimaschutz zur

Mehr
Lies gibt sich nach Krisentreffen bei Volkswagen optimistisch

Hannover (dts Nachrichtenagentur) - Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat sich nach einem Werksbesuch bei Volkswagen in Hannover optimistisch gezeigt. Der Standort

Mehr
Costa zeigt Verständnis für Nettozahler beim EU-Haushalt

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Europäischen Rats, Antonio Costa, zeigt Verständnis für das Anliegen Deutschlands und weiterer Nettozahler, die

Mehr