Unbekannte haben einen Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs verübt. Es habe mindestens eine Detonation gegeben, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam am Dienstag. Am Morgen seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien. Der Netzbetreiber 50Hertz sprach von "selbstgebauten Flugkörpern, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln".
Laut 50Hertz wurden mehrere Leitungen beschädigt. Es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben, teilte das Unternehmen mit. Am frühen Nachmittag hieß es, alle Leitungen seien wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.
Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag sprach von einem Anschlag. In der Folge habe es einen technischen Ausfall eines Blocks des Kraftwerks gegeben. "Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft", erklärte er. An der Wiederinbetriebnahme des Blocks werde gearbeitet.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verurteilte den Angriff. "Wer versucht, unsere kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben zu lähmen, greift uns alle an", erklärte er. Der Regierungschef sprach von einem "mutmaßlichen Anschlag" und versicherte: "Wir lassen uns von krimineller Energie weder erpressen noch verunsichern."
Glücklicherweise seien bei dem Vorfall keine Menschen zu Schaden gekommen, erklärte Woidke. "Das ist in dieser Situation die wichtigste Nachricht - dennoch nehmen wir die Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur sehr ernst", betonte er.
"Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen", erklärte Woidke. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung, "um die Täter mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft zu ziehen".
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) und Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) machten sich am Nachmittag auf den Weg nach Jänschwalde. Sie wollten sich persönlich ein Bild von der Lage machen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Â
Brennpunkte
Brandenburg: Schäden nach Angriff mit Detonation auf Umspannwerk in Jänschwalde
- AFP - 1. September 2026, 16:20 Uhr
Unbekannte haben einen Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs verübt. Es habe mindestens eine Detonation gegeben, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam.
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