Die französische Regierung hat ein Sofortprogramm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zur Unterstützung der dürregeplagten Landwirte angekündigt. Nach dem Hitzesommer stehe das Land vor einer "doppelten Herausforderung", sagte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard: Es gehe darum, Insolvenzen zu vermeiden und die landwirtschaftliche Produktion wieder anzukurbeln. Schätzungen zufolge sind bis zu 35.000 Betriebe von der Pleite bedroht, das wäre etwa jeder zehnte.
Der Bauernverband FNSEA erklärte daher am Freitag, eine Milliarde Euro sei nicht genug: "Der Verlust beträgt zehn Milliarden Euro. Wir brauchen mindestens zwei Milliarden." Allein die Tierhalter hätten Verluste in Höhe von fünf Milliarden Euro erlitten. Der Bauernverband Confédération paysanne forderte eine Direktbeihilfe in Höhe von 5000 Euro pro Landwirt - das wären zwei Milliarden Euro ingesamt. Dann müsse kein Hof schließen, erklärte die Confédération.
Landwirtschaftsministerin Genevard betonte, die Unterstützung für die Bauern sei "das wichtigste Thema" nach der Sommerpause, das habe ihr Premierminister Sébastian Lecornu versichert. Sie versprach zudem "einen Plan für den Wiederaufschwung, der ebenfalls umfangreich sein wird" in den kommenden Wochen.
Angesichts des Klimawandels müsse Frankreich "in den kommenden Jahren eine umfassende Umstellung des landwirtschaftlichen Produktionssystems vornehmen", sagte die Ministerin. Aktuell gehe es darum, keine "Landschaften, Marktanteile, Souveränität und Qualitätsprodukte" zu verlieren.
Das Sofortprogramm sieht Zahlungen in Höhe von 520 Millionen Euro über das bestehende Entschädigungssystem für die Landwirtschaft, eine Ermäßigung der Grundsteuer auf unbebaute Grundstücke sowie Direkthilfen von 330 Millionen Euro für die "am stärksten betroffenen Betriebe" vor. 225 Millionen Euro sollen bereits kommende Woche in einem "Fonds zur Wiederbelebung der Landwirtschaft" bereitstehen, um Futtermittel und Saatgut zu kaufen oder Brandschäden zu entschädigen. Derzeit werde bereits über die Aufteilung auf die Départements beraten, sagte Genevard. 20 Millionen Euro schließlich sollen für die Übernahme von Sozialbeiträgen und in psychologische Betreuung fließen.
Auch in Deutschland hat die Hitze vielen Bauern schwer zugesetzt. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach vor einigen Tagen bei der Vorlage des Ernteberichts von einer "massiven Krise nationaler Tragweite".Â
Zur Unterstützung der Landwirtschaft kündigte er eine Aufstockung des Liquiditätshilfeprogramms der Landwirtschaftlichen Rentenbank um 300 Millionen Euro auf ein Darlehensvolumen von 500 Millionen Euro an. Zudem verhandle er mit dem Bundesfinanzministerium über ein weiteres Hilfsprogramm, sagte Rainer.
Wirtschaft
Dürre: Frankreichs Regierung kündigt eine Milliarde Euro Soforthilfe für Bauern an
- AFP - 4. September 2026, 13:23 Uhr
Die französische Regierung hat ein Sofortprogramm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zur Unterstützung der dürregeplagten Landwirte angekündigt. Schätzungen zufolge sind nach dem Hitzesommer bis zu 35.000 Betriebe von der Pleite bedroht.
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