Politik

Angriffe auf Umspannwerke: Amprion-Chef will für Unternehmen mehr Befugnisse

  • AFP - 5. September 2026, 10:57 Uhr
Bild vergrößern: Angriffe auf Umspannwerke: Amprion-Chef will für Unternehmen mehr Befugnisse
Strommasten in NRW
Bild: AFP

Angesichts von Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland hat der Chef des Netzbetreibers Amprion, Christoph Müller, die Lockerung mehrerer Vorschriften gefordert, damit Unternehmen sich besser schützen können. So sollte der Bund Drohnenüberflüge erlauben - 'Drohnen sind eine Chance, die wir derzeit nur in sehr speziellen Fällen nutzen dürfen', sagte Müller der 'Rheinischen Post' vom Samstag. Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen - 'das dürfen wir bislang nicht'.

Angesichts von Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland hat der Chef des Netzbetreibers Amprion, Christoph Müller, die Lockerung mehrerer Vorschriften gefordert, damit Unternehmen sich besser schützen können. So sollte der Bund Drohnenüberflüge erlauben - "Drohnen sind eine Chance, die wir derzeit nur in sehr speziellen Fällen nutzen dürfen", sagte Müller der "Rheinischen Post" vom Samstag. Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen - "das dürfen wir bislang nicht".

Bund und Länder müssten zudem die Videoüberwachung um Anlagen herum erlauben, forderte der Amprion-Chef. Bislang dürften die Unternehmen mit den Kameras nur das eigene Gelände beobachten, nicht aber die Umgebung, sagte Müller der Zeitung. "Sonst bekommen wir gleich Post von den Datenschutzbeauftragten." 

Er forderte die Bundesregierung zudem auf, Transparenzvorschriften zu entschärfen: "Die Wirtschaft muss viele Angaben zu Strom- und Gasnetzen öffentlich machen und ins Netz stellen. So machen wir es Attentätern unnötig leicht - egal, aus welcher Ecke sie kommen." 

Am Umspannwerk von Amprion in Bergheim war am Dienstag vorsätzlich ein Kurzschluss ausgelöst worden; der Energieversorger RWE musste fünf Kraftwerksblöcke vom Netz nehmen. Am Umspannwerk in Dormagen wurden in der Nacht zu Freitag laut Müller "verdächtige Vorrichtungen" gefunden; die Polizei ermittle. Laut "Rheinischer Post" handelte es sich um eine Abschussanlage.

Am Dienstag war auch ein Anschlag auf ein Umspannwerk in der Nähe eines Kohlekraftwerks im brandenburgischen Jänschwalde verübt worden. Dort und bei Bergheim wurden nach Angaben von Polizei und Netzbetreibern mit pyrotechnischen Geschossen leitfähiges Material in Hochspannungsleitungen geschossen, um Kurzschlüsse zu verursachen. In der Umgebung wurden Abschussvorrichtungen gefunden. 

Die Ermittler fahnden mit Hochdruck nach einem Verdächtigen. Er hat zwei als authentisch eingeschätzte Bekennerschreiben verfasst, in seinem Wohnhaus in Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen fand die Polizei laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "sprengstoffverdächtige Gegenstände". Er gehe von einem Fall von "Klimaextremismus" aus, sagte Dobrindt.

Am Freitag wurden laut "Bild"-Zeitung auch in Sachsen Sprengvorrichtungen in der Nähe von zwei Umspannwerken entdeckt. Ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstagmorgen, ein tags zuvor begonnener Polizeieinsatz "nördlich von Bautzen" laufe vorerst weiter. Es gehe um die "Sicherung der Objekte". Aus "ermittlungstaktischen Gründen" wollte der Sprecher zunächst keine weiteren Angaben machen.  

Weitere Meldungen

Mehrere tausend Teilnehmer versammeln sich zu Demokratiefestival in Magdeburg

Am Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich am Samstag in der Hauptstadt Magdeburg mehrere tausend Teilnehmer eines Demokratiefestivals zu versammeln begonnen. Sie

Mehr
CDU im Saarland wählt Landeschef Toscani als Spitzenkandidat für Landtagswahl

Die CDU im Saarland hat ihren Landesvorsitzenden Stephan Toscani zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden April gewählt. Bei einer Landesvertreterversammlung in

Mehr
Tetris distanziert sich von Online-Videospiel auf Internetseite des Weißen Hauses

Das Unternehmen hinter dem Videospielklassiker Tetris hat sich von einem auf der offiziellen Internetseite des Weißen Hauses veröffentlichten Online-Videospiel distanziert, bei

Mehr

Top Meldungen

Altersteilzeit in Autoländern am stärksten genutzt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In den vom Strukturwandel in der Autoindustrie besonders betroffenen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen wird die

Mehr
AWO-Chef wirft Regierung Gefährdung des sozialen Friedens vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Michael Groß, hat die geplanten Sozialreformen der Bundesregierung als reines Sparpaket auf Kosten

Mehr
IW-Chef Hüther warnt vor AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, warnt vor einem Wahlerfolg der AfD. Eine AfD-Regierung in

Mehr