Im jahrelangen Streit zwischen Großbritannien und Griechenland um eine mögliche Rückgabe der antiken Parthenon-Friesteile hat Athen den Druck erhöht. Die Stücke gehörten ins Akropolis-Museum in Athen, schrieb der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in einem am Donnerstag veröffentlichten Meinungsartikel für den britischen "Guardian". Der "Daily Telegraph" hatte zuvor berichtet, dass Griechenland die Verhandlungen über die Friesteile abgebrochen habe - aus Frustration über "mangelnden Fortschritt".
Griechenland fordert seit drei Jahrzehnten die Rückgabe der Friesteile, die einst den Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen schmückten und seit mehr als 200 Jahren im British Museum in London ausgestellt werden.
Mitsotakis schloss nun in seinem Zeitungsbeitrag eine Leihgabe aus, wobei er sich auf den seit kurzer Zeit im British Museum ausgestellten Wandteppich von Bayeux aus Frankreich bezog. "Griechenland kann kein Arrangement akzeptieren, das verlangt, die Besitzansprüche des British Museums anzuerkennen, oder ein Schema, das bedeuten würde, dass wir uns Teile unserer eigenen Monumente 'leihen'", schrieb der griechische Ministerpräsident.
Er rief zu "Mut" der Beteiligten auf, damit endlich eine Lösung gefunden wird. "Was jetzt notwendig ist, ist politischer Wille und Mut, um den entscheidenden Schritt zu gehen, die Skulpturen wieder zu vereinen." Es gehe darum, "einen historischen Disput in einen einzigartigen Akt der kulturellen Freundschaft zu verwandeln".
Der britische Diplomat Lord Elgin hatte die Reliefteile im Jahr 1803 mit Billigung des Osmanischen Reichs, zu dem Griechenland damals gehörte, von der Akropolis fortbringen lassen. Athen betrachtet dies als Diebstahl und hat auch eine Klage gegen Großbritannien erwogen. London wiederum beharrt auf dem Standpunkt, dass Elgin die Stücke "legal erworben" und dann an das British Museum verkauft habe.
Mitsotakis führte in seinem Artikel ins Feld, dass der im Juli ins Amt gekommene britische Premier Andy Burnham in der Vergangenheit für eine "bedingungslose" Rückgabe der Friesteile plädiert habe. Burnham hatte indes im August der "Financial Times" gesagt, dass es sich um eine Angelegenheit des British Museum handele. Diesem wiederum ist es durch ein Gesetz aus dem Jahr 1963 verboten, seine Schätze wegzugeben oder zu verkaufen.
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Streit um Parthenon-Fries: Griechischer Regierungschef erhöht Druck auf London
- AFP - 25. September 2026, 04:40 Uhr
Im Streit zwischen Großbritannien und Griechenland um eine Rückgabe der antiken Parthenon-Friesteile hat Athen den Druck erhöht. Die Stücke gehörten ins Akropolis-Museum in Athen, schrieb der griechische Ministerpräsident Mitsotakis im 'Guardian'.
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