Politik

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

  • AFP - 3. Oktober 2026, 09:57 Uhr
Bild vergrößern: Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als politische Dummheit
Michael Kellner
Bild: AFP

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren Reserven scharf kritisiert. 'Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit', sagte der Grünen-Wirtschaftspolitiker Michael Kellner.

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Damit spielte der Grünen-Abgeordnete auf den Umstand an, dass die Entscheidung der G7-Staaten unter Druck der USA zustande gekommen war. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zuvor zur Freigabe von Dieselreserven gedrängt und für den Fall einer Weigerung einen Diesel-Exportstopp der USA in Aussicht gestellt. Dies hätte die Versorgung insbesondere in der EU treffen können: Rund die Hälfte ihrer Dieselimporte kommt aus den USA. 

Nach der Einigung schloss Trump einen Exportstopp aus und sagte zudem, ein Exportstopp sei "nie wirklich auf dem Tisch" gewesen. Noch am 22. September hatte er sich jedoch für einen solchen Schritt ausgesprochen und am Donnerstag erklärt, die USA würden ihn weiterhin erwägen.

Von der Freigabe erhofft sich die US-Regierung eine dämpfende Wirkung auf die Treibstoffpreise rund einen Monat vor den Kongresswahlen. Die hohen Preise sind für viele Menschen in den USA ein Ärgernis.

Der Grünen-Abgeordnete Kellner forderte eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik. "Die Bundesregierung muss jetzt raus aus der Ölabhängigkeit - mit elektrischem Verkehr, sauberer Wärme und heimischer Energie", sagte er zu AFP. "Jedes Barrel, das wir nicht mehr brauchen, macht uns weniger erpressbar."

Weitere Meldungen

Festakt mit Steinmeier und Merz zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen

In Bremen haben am Samstagmorgen die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz

Mehr
Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen

Mehr
Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und

Mehr

Top Meldungen

CDU-Wirtschaftsrat will Bündelung der Wirtschaftskräfte im Osten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsrat der CDU fordert zum Tag der Deutschen Einheit eine stärkere Bündelung der wirtschaftlichen Kräfte in Ostdeutschland.

Mehr
Einkommenslücke zwischen Ost und West wird wieder größer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - 36 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung bestehen zwischen Ost- und Westdeutschland weiter erhebliche Einkommensunterschiede, die Lücke ist

Mehr
IW-Studie: Ost-Wirtschaft holt seit fünf Jahren nicht mehr auf

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Die ostdeutsche Wirtschaft holt seit fünf Jahren gegenüber der westdeutschen Wirtschaft nicht mehr auf. Das geht aus einer noch

Mehr