Brennpunkte

Kinderrechtsorganisationen warnen vor KI-Risiken für Kinder

  • dts - 4. Oktober 2026
Bild vergrößern: Kinderrechtsorganisationen warnen vor KI-Risiken für Kinder
Kinder schauen sich Gemini an (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kinderrechtsorganisationen SOS-Kinderdörfer weltweit und Terre des Hommes warnen vor den Risiken von Künstlicher Intelligenz für Kinder und Jugendliche, sehen aber auch Chancen. KI sei "bereits tief im Alltag junger Menschen verankert", heißt es in einer gemeinsamen Studie der beiden Kinderrechtsorganisationen, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten.

Sie präge Bildung, soziale Medien, Suchmaschinen, Unterhaltung und kreative Tools - oft unsichtbar -, "sodass junge Menschen routinemäßig mit ihr interagieren, bevor sie sie benennen können". Dabei seien Risiken und Chancen eng miteinander verflochten. "Dieselben Gestaltungsmerkmale, die Personalisierung, Kreativität und Barrierefreiheit ermöglichen, bergen zugleich die Gefahr von Fehlinformationen, Voreingenommenheit, Abhängigkeit und kommerzieller Ausbeutung", heißt es in der Studie weiter.

Die Risikobelastung übersteige die Schutzmaßnahmen. Experten bewerteten die "Exposition von Kindern und den potenziellen Schaden als hoch, während technische, institutionelle und regulatorische Schutzmaßnahmen weiterhin unzureichend sind", warnen die Studienautoren.

"Während Tech-Firmen die Entwicklung von KI-Anwendungen mit unvorstellbaren Summen vorantreiben, hinkt die gesetzliche Regulierung zunehmend hinterher. Um die Risiken für Kinder durch KI zu senken, müssen wir umfassende Maßnahmen ergreifen." Kinderschutz bedeute aber nicht nur, Risiken zu reduzieren. "Kinder und Jugendliche brauchen Kompetenzen, um digitale Räume kritisch, sicher und selbstbewusst nutzen zu können", sagte die Vorständin der SOS-Kinderdörfer weltweit, Sabina Schutter, den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes, erklärte: "Kinder wachsen nicht neben KI auf, sondern mit ihr. Doch während Tech-Konzerne Milliarden verdienen, bleiben junge Menschen häufig schutzlos - insbesondere gegenüber Deepfakes, manipulativen Algorithmen und emotionaler Abhängigkeit." Deshalb müsse Kindesschutz von Anfang an Teil jeder KI-Anwendung sein. "Wir brauchen verbindliche Standards für Safety by Design, eine wirksame Alterskontrolle und die systematische Beteiligung von Kindern an KI-Regulierung", so Hofert weiter.

SOS-Kinderdörfer weltweit setzt sich als unabhängige und soziale Organisation für Kinder ein, die verwaist oder verlassen sind oder deren Familien nicht in der Lage sind, für sie zu sorgen. Terre des Hommes schützt Kinder vor Gewalt, Ausbeutung und den Folgen von Krieg, Vertreibung und Umweltzerstörung.

Weitere Meldungen

Nach Luftangriffen auf Sanaa: Huthi-Miliz im Jemen greift Aramco-Anlage in Riad an

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat eigenen Angaben zufolge eine Anlage des saudiarabischen Ölriesen Aramco in Riad angegriffen. Journalisten der

Mehr
Rhein will Ausschussposten im Bundestag für AfD

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) fordert, der AfD im Bundestag nicht weiter die ihr zustehenden Vorsitzendenposten in den

Mehr
Tigray-Konflikt: Äthiopiens Armee rückt nach Rückzug der Rebellen in Mekele ein

Im erneut aufgeflammten Konflikt um die äthiopische Region Tigray haben Regierungstruppen am Samstag die Provinzhauptstadt Mekele wieder eingenommen. Zuvor hatten Kämpfer und

Mehr

Top Meldungen

Tankrabatt: Wüst kritisiert Mineralölkonzerne

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat in der Debatte um den Tankrabatt die Mineralölkonzerne kritisiert.

Mehr
Philosoph Höffe kritisiert Begriff der sozialen Gerechtigkeit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der deutsche Philosoph Otfried Höffe spricht sich dafür aus, den Begriff der "sozialen Gerechtigkeit" aus der politischen Debatte zu entfernen.

Mehr
Bericht: VW soll Lenkungsproblem schon seit zwei Jahren kennen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der Autokonzern Volkswagen soll das Problem hinter seinem jüngsten Millionenrückruf angeblich bereits seit Oktober 2024 untersuchen. Das

Mehr