Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet worden. Alleine neun seien bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden des Landes getötet worden, erklärte die ukrainische Polizei. Unter den Opfern seien auch drei Kinder. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die jüngsten Attacken mit Dutzenden Raketen und mehr als hundert Drohnen als "einen der abscheulichsten Angriffe" seit Kriegsbeginn.
Das Wohngebäude wurde in Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw getroffen und zerstört. Die Rettungskräfte versuchten dort, Überlebende zu finden, sagte Selenskyj. Zwei weitere Menschen seien getötet worden, als Raketen in Hochhäuser in Dnipro und Krementschuk in der Zentralukraine eingeschlagen seien, fügte der Präsident hinzu. Jeweils zwei Todesopfer gab es auch bei Angriffen auf Oleksandrija und in Kiew.
Menschen in der Hauptstadt suchten in U-Bahn-Stationen Schutz und schleppten Reisetaschen, Schlafmatten und Decken mit sich. "Wir haben unsere Sachen gepackt und sind hierher gekommen, wir leben direkt nebenan", sagte die auf einem Bahnsteig sitzende Bankangestellte Iryna Rybaltschenko der Nachrichtenagentur AFP. "Ganz Kiew ist in Angst versetzt."
Mit dem Herannahen des Winters sieht sich Kiew verstärkten russischen Angriffen ausgesetzt. Die Angriffe richten sich gegen die Energieinfrastruktur und den Bahn- wie Straßenverkehr der ukrainischen Hauptstadt, darunter auch gegen die Brücken über den Fluss Dnipro. Die Luftalarmsirenen ertönen in Kiew inzwischen ständig sowohl in der Nacht als auch tagsüber.
Wegen der verstärkten russischen Drohnen- und Raketenangriffe befürchten viele Menschen in Kiew einen weiteren Winter mit wenig oder gar keiner Strom- und Wärmeversorgung. Am Freitag hatte Bürgermeister Vitali Klitschko nach Angriffen auf Brücken und Energieanlagen die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde.
Insgesamt feuerte Russland der ukrainischen Luftwaffe zufolge in der Nacht mindestens 50 Raketen und 130 Drohnen auf verschiedene ukrainische Regionen ab. Fünf ballistische Raketen, 39 Marschflugkörper und mehr als hundert Drohnen hätten abgefangen werden können.
Selenskyj hatte in seiner regelmäßigen Videoansprache am Vorabend vor einem "massiven" russischen Angriff insbesondere auf die Energieinfrastruktur des Landes gewarnt. "Die Russen wollten schmerzhaft und demonstrativ zuschlagen", schrieb er am Mittwoch. Ballistische Raketen seien die "größte Herausforderung". Neue Luftabwehrsysteme seien nötig, um der Ukraine bei ihrer Verteidigung zu helfen.
Brennpunkte
"Einer der abscheulichsten Angriffe": 15 Tote bei russischen Attacken auf die Ukraine
- AFP - 7. Oktober 2026, 11:52 Uhr
Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Angaben ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet worden. Alleine neun davon seien bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden des Landes getötet worden.
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