In den USA sitzt der Schock über die fehlgeschlagene Hinrichtung der verurteilten Mörderin Christa Pike bei vielen noch tief - nun will die Regierung von Präsident Donald Trump eine weitere Hinrichtung per Erschießungskommando sogar live übertragen: die des Amokläufers Nidal Hasan, der 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen hatte, wie das Pentagon am Donnerstag mitteilte.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte in einem in Onlinenetzwerken verbreiteten Videointerview mit einem rechtsgerichteten Influencer, Hasan bekomme "ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist". Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte auf Anfrage, die Hinrichtung am 3. Dezember solle "live übertragen" werden. Öffentliche Exekutionen sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sonst aus Ländern wie dem Iran und Nordkorea bekannt.
Der frühere Armeepsychiater Hasan ist ein muslimischer US-Bürger palästinensischer Herkunft. Er war zum Tode verurteilt worden, weil er in Fort Hood 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Er feuerte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen andere Muslime führten.
Trump hatte das Erschießungskommando für Hasan erst zu Wochenbeginn gebilligt. Der Rechtspopulist ist ein Anhänger der Todesstrafe und hatte mehrfach ihre Ausweitung gefordert.
Hegseth sagte, es sei die erste Hinrichtung durch ein militärisches Erschießungskommando in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg. Er spielte damit auf den Fall von Eddie Slovik an, der 1945 wegen Fahnenflucht exekutiert worden war. "Ich mag irgendwie die Mentalität, die wir im Zweiten Weltkrieg hatten", sagte Hegseth, der sich "Kriegsminister" nennt. Es gehe darum, "zu gewinnen" und bei feindlichen Angriffen standzuhalten.
Letztmals hatte das US-Militär 1961 eine Hinrichtung ausgeführt: Der schwarze Soldat John Bennett wurde gehängt, nachdem er von einem Militärgericht wegen Vergewaltigung und Mordes an einem elfjährigen Mädchen im österreichischen Siezenheim bei Salzburg zum Tode verurteilt worden war. Dort war Bennett nach dem Krieg stationiert.
Als die letzte öffentliche Hinrichtung in den Vereinigten Staaten gilt die des Schwarzen Rainey Bethea im August 1936 - also vor gut 90 Jahren. Er wurde nach Angaben des Death Penalty Information Center (DPI) in Owensboro im Bundesstaat Kentucky öffentlich gehängt, weil er für die Vergewaltigung und den Mord an einer 70-jährigen Weißen verantwortlich gemacht wurde.
Zeitungen schätzten die Zahl der Zuschauer damals laut DPI auf rund 20.000. "Das Spektakel, das mit der Hinrichtung einherging, trug zum Ende der öffentlichen Exekutionen in den Vereinigten Staaten bei", heißt es auf der Webseite des Informationszentrums, das für die Abschaffung der Todesstrafe eintritt.
In den USA wird seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung der Todeskandidatin Christa Pike wieder intensiv über die Kapitalstrafe diskutiert. Die verurteilte Mörderin hatte am Mittwoch vergangener Woche in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt.
Gut eine Woche später kann die 50-Jährige wieder gehen. Sie könne aber "bleibende Schäden" erlitten haben, sagte ihr Anwalt Stephen Ferrell der BBC. Pike war nach den beiden Hinrichtungsversuchen in eine Klinik gebracht und künstlich beatmet worden. Kurz bevor sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten getrennt wurde, wachte sie jedoch am Dienstag auf und sprach wieder.
Pikes Anwälte haben beantragt, die Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. Der Gouverneur von Tennessee, der Republikaner Bill Lee, hat darüber aber noch nicht entschieden.
Pike war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Pikes Anwälte führten an, dass sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten habe.
In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bereits 30 Todesurteile vollstreckt. Im vergangenen Jahr waren 47 Menschen hingerichtet worden - die höchste Zahl seit 2009.
Politik
USA wollen Hinrichtung von Attentäter durch Erschießungskommando live übertragen
- AFP - 9. Oktober 2026, 01:21 Uhr
Die USA wollen die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers Nidal Hasan live übertragen. US-Verteidigungsminister Hegseth sagte, Hasan bekomme 'ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist'.
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