Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño hat die Wassertemperaturen im Pazifik noch vor seinem erwarteten Höhepunkt im Dezember auf Rekordniveau aufgeheizt: In einer Referenz-Messregion im Pazifik namens Niño 3.4 erreichte die Temperatur des Oberflächenwassers im September ein "Allzeithoch" von 29,7 Grad Celsius, wie der EU-Klimadienst Copernicus am Montag mitteilte. Auch weltweit waren die Meere so warm wie nie zu vor.
Der Durchschnittswert der weltweiten Oberflächentemperatur der Ozeane lag laut Copernicus im vergangenen Monat bei 21,05 Grad Celsius und damit über dem bisherigen Rekord von 20,92 Grad Celsius im September 2023.
Es lasse sich noch nicht sagen, ob der derzeitige El Niño der stärkste jemals registrierte sei, erklärte Copernicus auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Da auch der Klimawandel die Meerestemperaturen steigen lasse, seien historische Vergleich schwierig. Die Werte aus dem September deuteten aber "auf einen außergewöhnlich starken El Niño" hin, zumal das Klimaphänomen seinen Höhepunkt noch nicht erreicht habe.
Mit Blick auf die Lufttemperaturen erlebte die Welt dem EU-Klimadatendienst zufolge den zweitwärmsten September seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche lag demnach bei 16,27 Grad Celsius. Der Monat war damit um 1,63 Grad Celsius wärmer als in der vorindustriellen Zeit.
Das Pariser Klimaabkommen von 2015 nennt als Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Welt erlebe derzeit eine Reihe von Monaten, die über diesem Ziel lägen, erklärte Copernicus-Direktor Carlo Buontempo. Wegen des El-Niño-Phänomens werde diese Phase wohl bis ins kommende Jahr andauern. "Die Überschreitung der langfristigen Grenze des Pariser Abkommens ist nur eine Frage der Zeit", warnte Buontempo.
Die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) hatte in der vergangenen Woche erklärt, der aktuelle El Niño werde sich weiter verschärfen und im Dezember voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen. Dabei werde das Klimaphänomen wahrscheinlich in vielen Weltgegenden überdurchschnittlich hohe Temperaturen verursachen und durch veränderte Niederschlagsmuster je nach Region das "Risiko für Dürren und Überschwemmungen" erhöhen.
Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise gibt es alle zwei bis sieben Jahre einen El Niño, der dann zwischen neun und zwölf Monate andauert. In Kombination drohen der menschengemachte Klimawandel und El Niño Experten zufolge 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu machen.
Lifestyle
EU-Klimadienst Copernicus: Neuer Temperaturrekord im Pazifik durch El Niño
- AFP - 12. Oktober 2026, 10:10 Uhr
Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño hat die Wassertemperaturen im Pazifik noch vor seinem erwarteten Höhepunkt im Dezember auf Rekordniveau aufgeheizt.
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