Bundesjustizminister Stefanie Hubig (SPD) will mit einer Gesetzesänderung extremistische Schöffen verhindern. Ein Entwurf zur Änderung des Richtergesetzes wurde am Montag veröffentlicht. Demnach sollen nur jene zu ehrenamtlichen Richtern berufen werden können, die für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten. "Extremisten und Verfassungsfeinde haben in der Justiz nichts verloren, auch nicht als Schöffinnen und Schöffen", erklärte Hubig am Montag.
Wenn Zweifel an der Verfassungstreue eines Bewerbers vorlägen, dann müsse der Schöffenwahlausschuss dem nachgehen, hatte die Ministerin in der "Welt am Sonntag" erläutert. Der Wahlausschuss könne Auskünfte aus dem Bundeszentralregister einholen oder öffentliche Social-Media-Profile prüfen.
Laut Gesetzentwurf soll zudem vom Schöffenamt ausgeschlossen werden, wer wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Die Folgen möglicher Blockaden der Schöffenwahl durch extremistische Parteien sollen dadurch gemindert werden, dass die Schöffinnen und Schöffen so lange im Amt bleiben, bis neue gewählt worden sind.
Eine weitere Änderung bezieht sich auf den juristischen Vorbereitungsdienst: Auch hier soll künftig niemand aufgenommen werden, die oder der die freiheitliche demokratische Grundordnung mit Worten oder Taten bekämpft.
Die geplanten Änderungen werden im Gesetzentwurf damit begründet, dass vermehrt extremistische Parteien ihre Mitglieder dazu aufgerufen hätten, sich als Schöffinnen und Schöffen aufstellen zu lassen. "Ziel der vorgeschlagenen gesetzlichen Änderungen ist es zu verhindern, dass Verfassungsfeinde Zugang zum Amt der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter bekommen."
Zu dem Gesetzesvorhaben können nun bis Anfang November betroffene Verbände Stellung nehmen, als nächstes muss sich dann das Bundeskabinett damit befassen. Anschließend sind Bundestag und Bundesrat am Zug.
Brennpunkte
Justizministerin Hubig will extremistische Schöffen verhindern
- AFP - 12. Oktober 2026, 12:30 Uhr
Bundesjustizminister Stefanie Hubig (SPD) will mit einer Gesetzesänderung extremistische Schöffen verhindern. Eine Entwurf zur Änderung des Richtergesetzes wurde am Montag veröffentlicht.
Weitere Meldungen
Eine 39-jährige sogenannte IS-Rückkehrerin muss sich seit Montag unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Deutsche Richtergesetz ändern soll, um das Schöffenamt gegen
MehrMit der Auswahl der Geschworenen hat am Montag in London ein Vergewaltigungsprozess gegen den britischen Komiker und Schauspieler Russell Brand begonnen. Sechs Frauen werfen dem
MehrTop Meldungen
Stockholm (dts Nachrichtenagentur) - Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an Robert E. Hall und Michael Woodford. Das teilte die
MehrFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Deutschland muss bis zum Jahr 2045 insgesamt sechs Billionen Euro investieren, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Das
MehrBonn (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Post wird das Briefporto im kommenden Jahr wohl um durchschnittlich rund 20 Prozent erhöhen dürfen. Das hat die Bundesnetzagentur
Mehr














