Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, sieht mit Blick auf bestehende Schutzlücken "auf allen Ebenen" politischen Handlungsbedarf.
Auf der Bundesebene könnten nicht alle Regelungen getroffen werden, sagte sie am Dienstag der dts Nachrichtenagentur. Wenn es beispielsweise in elf Bundesländern im Bereich der Schule verpflichtende Regelungen zu Schutzkonzepten gebe, "dann fehlen eben fünf". In diesen Ländern müsse entsprechend die Verpflichtung aufgebaut werden.
Aber insgesamt fehle ihr in den Ländern für Schutzkonzepte tatsächlich die "Qualitätssicherung", so Claus. "Ansonsten ist es einfach ein stumpfes Schwert." Es gebe Lücken, die bundespolitisch gesetzgeberisch seien, vor allem beim Familienrecht und beim Strafrecht.
Darüber hinaus gebe es aber auch Finanzierungslücken, "die sich in alle möglichen Bereiche deklinieren lassen". Zum Beispiel würden spezialisierte Fachberatungen, vor Ort nicht ausreichend sicher finanziert und für viele Kommunen seien das weiter freiwillige Leistungen. Mit Blick auf die Lage in den Kommunen falle das dann weg.
"Wir haben aber auch Entscheidungen, die schlicht nicht getroffen werden, die auf der Hand liegen", so die Bundesbeauftragte weiter. "Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nicht in jedem Lehramtsstudium verpflichtend ist, dass man sich auch mit Kinderschutz beschäftigt, weil jedes Kind, das Missbrauch erfährt, geht in die Schule." Nötig seien nicht nur im Netz Beratungsstellen irgendwo anonym, sondern es müsse eine Ansprechbarkeit vor Ort geben.
"Das heißt, wir haben Finanzierungslücken und Strukturlücken und deswegen adressieren wir Kommunen, Bund und Länder und wir haben auch in Teilen die europäische Ebene", so Claus. "Wir müssen ressortübergreifend handeln und dann bin ich bei der Stelle, wo ich sage, wir brauchen ein politisches Mandat zu diesem Handeln in jedem Bundesland. Aus meiner Sicht übrigens auch in jedem europäischen Mitgliedstaat."
Claus hatte zuvor den ersten Bericht ihres Amtes an die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner übergeben. Dieser benennt 15 politische Handlungsbedarfe für Bund, Länder und Kommunen. Unter anderem werden Bund, Länder und EU darin dazu aufgefordert, die Empfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" vom September 2026 umzusetzen und zu finanzieren.
Brennpunkte
Missbrauchsbeauftragte sieht "auf allen Ebenen" Handlungsbedarf
- dts - 13. Oktober 2026, 13:00 Uhr
.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Kommando über Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Panzerbesatzungen haben auch 25 Jahre nach Öffnung der Kampftruppen für Frauen immer noch
MehrIn Nordrhein-Westfalen sollen am Mittwoch zwei Unbekannte einen Häftling zur Flucht verholfen haben. Alle drei seien flüchtig, teilte die Polizei in Essen mit. Laut einem
MehrIn den von den Waldbränden betroffenen Teilen Indonesiens haben die Behörden seit Mitte August mehr als 280.000 Fälle von Atemwegsbeschwerden gezählt. Im Zeitraum von 18.
MehrTop Meldungen
Washington (dts Nachrichtenagentur) - In den USA ist die Inflationsrate im September 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Das teilte die
MehrFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Lufthansa hat sich im Bieterrennen um eine Beteiligung an der portugiesischen Fluggesellschaft TAP durchgesetzt. Das teilte der
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der geplanten Einführung einer Zuckersteuer hat Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek Kritik an der Bundesregierung geübt und vor
Mehr














