Politik

Medien wie AFP und "New York Times" treten Bündnis für Ansprüche gegen KI-Dienste bei

  • AFP - 13. Oktober 2026, 15:47 Uhr
Bild vergrößern: Medien wie AFP und New York Times treten Bündnis für Ansprüche gegen KI-Dienste bei
AFP-Journalisten sammeln überall auf der Welt Informationen
Bild: AFP

Die Nachrichtenagentur AFP, die 'New York Times' und zahlreiche andere Medien schließen sich einem internationalen Bündnis für eine faire Abgeltung der massenhaften Nutzung ihrer Angebote durch Künstliche Intelligenz an. Die Mitgliederzahl wächst damit auf mehr als 80.

Die Nachrichtenagentur AFP, die "New York Times" und zahlreiche andere Medien schließen sich einem internationalen Bündnis für eine faire Abgeltung der massenhaften Nutzung ihrer Angebote durch Künstliche Intelligenz (KI) an. Zu den rund 40 Neuzugängen, durch die die Mitgliederzahl der Initiative auf mehr als 80 wächst, gehören auch die britischen Zeitungen "The Economist" und "The Observer", das US-Magazin "The Atlantic" sowie Zeitungsverlage aus Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Japan.

Das im Februar gegründete Bündnis trägt den Namen Spur. Das ist die Abkürzung von Standards for Publisher Usage Rights -  zu Deutsch: Standards für die Nutzungsrechte von Medienunternehmen. Gegründet wurde die Initiative unter anderem von den britischen Medien BBC, Sky News und "The Guardian". Spur geht es nach eigenen Angaben darum, "einen gerechten Markt für die Nutzung von Inhalten durch KI-Systeme" zu schaffen.

"Jeden Tag beantworten KI-Assistenten die Fragen von Millionen von Menschen mit Informationen, die oft zuvor von Journalisten der Agentur zusammengetragen und überprüft wurden", begründete AFP-Chef Fabrice Fries die Beteiligung seiner Agentur an dem Bündnis. Beim Zurückverfolgen der Quellen von KI-Suchergebnisse gehe es nicht nur um eine gerechte Vergütung der Urheber, diese Transparenz sei auch "essenziell für das Vertrauen der Öffentlichkeit".

Spur-Mitbegründer und -Sprecher David Buttle erklärte, Medien könnten sich nicht "damit begnügen zu hoffen", dass zwischen KI-Unternehmen und Medienunternehmen "alles gut läuft". "Medienorganisationen aus der ganzen Welt müssen sich zusammentun, um sich selbst, sich gegenseitig und die Zukunft des Journalismus zu schützen." Dazu müssten sie "für ihre Arbeit gerecht entlohnt" werden.

Den Beitritt von AFP lobte Buttle als "wichtigen Schritt bei unserem Wachstum". "AFP ist eine der weltweit führenden Nachrichtenagenturen und ihr Journalismus ist von enormem Wert für diejenigen, die KI-Systeme entwickeln", erklärte der Spur-Sprecher. "Zu oft wird dieser Wert ohne Erlaubnis oder Vergütung genutzt."

Das Bündnis verfolgt das schwierige Vorhaben, eine technische Infrastruktur zu schaffen, mit der Medien genau messen können, wie KI-Systeme ihre Angebote nutzen. Den Umfang der Mediennutzung durch KI genau zu erfassen, sei die "Voraussetzung für alle Verhandlungen" über eine gerechte Vergütung, erklärte AFP.

Diese Vergütung wird als lebenswichtig für Medien in aller Welt erachtet, die nicht nur unter der Konkurrenz großer KI-Chatbots wie ChatGPT von OpenAI oder AI Overview von Google, sondern auch von Online-Netzwerken leiden. "Die Tech-Riesen plündern Informationsseiten ohne Genehmigung oder Vergütung", hatte Anfang Juni "New York Times"-Chef Arthur Gregg Sulzberger in einer Rede beim Kongress des Weltverbands der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-Ifra) beklagt.

Die "New York Times" hat ein langwieriges und kostspieliges Klageverfahren vor der US-Justiz gegen OpenAI und Microsoft wegen Verstößen gegen das Recht auf geistiges Eigentum eingeleitet. Zugleich unterzeichnete sie einen Vertrag mit dem US-Konzern Amazon zur KI-Nutzung.

Andere Medien wie der Springer-Verlag, der "Wall Street Journal"-Herausgeber News Corp und die französische Zeitung "Le Monde" sind eine Partnerschaft mit OpenAI eingegangen. AFP kooperiert mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral.

Weitere Meldungen

Trump fordert US-Botschafterin in Griechenland zum Rückzug auf

Nach mehreren peinlichen Enthüllungen über die US-Botschafterin in Griechenland ist Kimberly Guilfoyle von Präsident Donald Trump zum Rückzug aufgefordert worden. "Wir haben

Mehr
Bei Wahl von AfD-Ministerpräsident: CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt verlässt Saal

Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt wird bei der Wahl eines Ministerpräsidentenkandidaten der AfD den Parlamentsplenarsaal verlassen. Das beschloss die CDU-Fraktion

Mehr
SPD sucht nach Bas-Rücktritt neue Vorsitzende - Klingbeil legt sich nicht fest

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas läuft in der SPD die Debatte über eine Neubesetzung des Parteivorsitzes. Mehrere Namen kursierten am Dienstag, offizielle Bewerbungen gab es

Mehr

Top Meldungen

Arbeitsmarktforscher schlägt Abfindungen für Jobwechsel vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Einschätzung des Arbeitsmarktforschers Enzo Weber sollte der Staat Abfindungen künftig nutzen, um Menschen in neue Jobs zu bringen, statt

Mehr
Dulger: Regierung muss Standort Deutschland reformieren

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht vor allem die Bundesregierung in der Verantwortung, den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder

Mehr
CDA lehnt Kürzung des Arbeitslosengeldes ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, weist die Forderung der Arbeitgeber nach einer

Mehr