Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im August 2026 zwar um 7,0 Prozent niedriger gewesen als im August 2025, sind gegenüber dem Vormonat aber stark geklettert. Im Juli 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -13,7 Prozent gelegen, im Juni 2026 bei -13,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Gegenüber Juli stiegen die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im August um 5,5 Prozent. Das war der stärkste Anstieg im Vormonatsvergleich seit März 2022 (+13,1 Prozent zum Vormonat), als nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine unter anderem die Getreidepreise sprunghaft gestiegen waren.
Im Vorjahresvergleich entwickelten sich die Preise für Produkte aus pflanzlicher und tierischer Erzeugung stark gegenläufig. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im August 2026 um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies war der erste Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Juli 2024 (+3,7 Prozent gegenüber Juli 2023). Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse sanken hingegen um 16,6 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2026 verteuerten sich im August 2026 sowohl die Preise für pflanzliche Erzeugnisse (+11,1 Prozent) als auch für Tiere und tierische Produkte (+2,0 Prozent).
Der Preisanstieg bei pflanzlichen Produkten um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die deutlich höheren Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im August 2026 um 61,5 Prozent höher als im August 2025. Hierbei handelt es sich um den ersten Preisanstieg seit Juli 2024 (+16,0 Prozent gegenüber Juli 2023). Im Juli 2026 hatte die Vorjahresveränderung noch bei -45,4 Prozent gelegen, im Juni 2026 bei -35,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Juli 2026 verdoppelten sich die Speisekartoffelpreise nahezu (+93,0 Prozent).
Die Preise für Gemüse stiegen binnen Jahresfrist um 14,3 Prozent, wobei insbesondere Eissalat (+72,4 Prozent), Tomaten (+27,8 Prozent) und Gurken (+15,4 Prozent) teurer waren. Preissenkungen waren hingegen unter anderem bei Blumenkohl und Kohlgemüse zu beobachten, die sich binnen Jahresfrist um 14,7 Prozent beziehungsweise 6,4 Prozent verbilligten.
Getreide war im August 2026 im Vergleich zum August 2025 um 11,5 Prozent teurer (Veränderung zum Vormonat Juli 2026: +4,1 Prozent). Die Preise für Handelsgewächse insgesamt lagen im August 2026 um 7,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, darunter verteuerte sich Raps um 13,6 Prozent. Die Preise für Futterpflanzen stiegen um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Beim Wein kam es im August 2026 zu einem Preisanstieg um 0,6 Prozent im Vergleich zum August 2025.
Die Erzeugerpreise für Obst waren hingegen im August 2026 um 20,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Preissenkungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -32,9 Prozent und bei Erdbeeren mit -6,4 Prozent.
Der Preisrückgang für Tiere und tierische Erzeugnisse um 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Milch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im August 2026 um 23,9 Prozent niedriger als im August 2025. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2026 stiegen die Preise für Milch um 1,5 Prozent. Bei Eiern kam es binnen Jahresfrist hingegen zu einer Preissteigerung von 7,9 Prozent.
Die Preise für Tiere lagen im August 2026 um 13,4 Prozent niedriger als im August 2025. Maßgeblich dafür war der Preisrückgang bei Schlachtschweinen um 19,0 Prozent, auch bei Rindern sanken die Preise um 12,9 Prozent. Die Preise für Geflügel waren im August 2026 um 2,5 Prozent niedriger als im August 2025. Ausschlaggebend hierfür war die Preissenkung bei Hähnchen um 4,6 Prozent. Bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) kam es hingegen zu einem Preisanstieg um 0,6 Prozent.
Wirtschaft
Landwirtschaftliche Erzeugerpreise steigen stark
- dts - 14. Oktober 2026, 08:33 Uhr
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