Brennpunkte

Ex-Justizminister will schnelles Anti-Vergesellschaftungsgesetz

  • dts - 21. Oktober 2026, 15:21 Uhr
Bild vergrößern: Ex-Justizminister will schnelles Anti-Vergesellschaftungsgesetz
Marco Buschmann (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Justizminister und FDP-Politiker Marco Buschmann hat die Bundesregierung aufgefordert, schnell ein Gesetz gegen die Vergesellschaftung von Wohnungen vorzulegen. "Die Bundesregierung sollte das längst versprochene Gesetz dazu möglichst schnell vorlegen", sagte Buschmann dem Nachrichtenportal "T-Online". "Wenn man eine Handvoll Beamte prioritär damit beauftragt, ein rechtssicheres Gesetz zu konzipieren, dann kann man das auch in ein paar Monaten bewerkstelligen."

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte zuletzt die Hoffnungen auf ein bald vorliegendes Gesetz gedämpft und erklärt, das Vorhaben sei verfassungsrechtlich "nicht trivial". Buschmann sagte dazu, natürlich müsse die Verfassungslage sorgfältig geprüft werden. "Das Grundgesetz sagt aber ausdrücklich, dass der Bundesgesetzgeber auf dem Feld der Vergesellschaftung Regelungen treffen kann." Dazu gehöre aus seiner Sicht auch, "die Vergesellschaftung von Wohnraum untersagen zu können".

Er hält darüber hinaus die Vergesellschaftungspläne von Linken, Grünen und SPD in Berlin für verfassungswidrig. Etwa, weil die geplanten Entschädigungen zu niedrig seien. "Zahlt man aber nicht einmal die Hälfte des Marktpreises, ist das keine Entschädigung, wie sie das Grundgesetz vorsieht", so Buschmann. "Dafür muss man kein Jurist sein. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand."

Zudem verstießen die Pläne seiner Meinung nach gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, nach dem gleiche Sachverhalte nicht einfach willkürlich unterschiedlich behandelt werden dürfen. "Linke, SPD und Grüne sagen, sie wollen nur den Bestand großer Wohnungsunternehmen vergesellschaften. Was groß meint, ist aber permanent etwas anderes", so Buschmann. So heiße es erst, es treffe Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen, dann sei von mehr als 10.000 Wohnungen die Rede. "Es liegt der Verdacht nahe, dass das eine völlig willkürlich gezogene Grenze ist", so Buschmann.

Weitere Meldungen

Kreml signalisiert Offenheit für Treffen mit Ukraine und USA

Moskau (dts Nachrichtenagentur) - Nach dem dreistündigen Treffen mit dem US-Sondergesandten und Immobilieninvestoren Steve Witkoff am Mittwoch hat sich der russische Präsident

Mehr
Urteil: 17-Jähriger mit Einkommen muss zu hohen Unterhaltsvorschuss zurückzahlen

Ein junger Mann aus Thüringen muss etwa 300 Euro Unterhaltsvorschuss zurückzahlen, weil er in dem Monat bereits selbst Geld verdiente. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig

Mehr
Frau in Baden-Württemberg in Kopf geschossen: Lebenslange Haft wegen Mordes

Weil er seine Frau mit einem Schuss in den Kopf getötet haben soll, ist ein 38-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht im baden-württembergischen

Mehr

Top Meldungen

Sondervermögen: Verdi und Klima-Allianz wollen mehr Geld für ÖPNV

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Anlässlich der am Mittwoch beginnenden Verkehrsministerkonferenz fordern die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die Klima-Allianz Deutschland

Mehr
Panamakanal verzeichnet Rekordjahr

Der Panamakanal hat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Rekordmenge an dort transportierten Gütern verzeichnet. Von Oktober 2025 bis Ende September 2026 hätten fast 14.000

Mehr
Hubig und Klingbeil legen Eckpunkte für Elementarschadenversicherung vor

Eigentümerinnen und Eigentümer sollen künftig einen besseren Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen wie der Ahrtal-Flut bekommen. Justizministerin Stefanie Hubig und

Mehr