Politik

Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Amtsinhaberin Jotowa laut Prognose knapp vorn

  • AFP - 25. Oktober 2026, 19:27 Uhr
Bild vergrößern: Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Amtsinhaberin Jotowa laut Prognose knapp vorn
Jotowa bei der Stimmabgabe in Sofia
Bild: AFP

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Bulgarien hat Amtsinhaberin Ilijana Jotowa laut ersten Prognosen die meisten Stimmen erhalten. Es zeichnet sich eine Stichwahl ab.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Bulgarien hat die sozialistische Amtsinhaberin Ilijana Jotowa laut ersten Prognosen die meisten Stimmen erhalten. Wie aus drei am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Nachwahlbefragungen hervorgeht, stimmten zwischen 35 und 36,5 Prozent der Wähler für die seit Januar amtierende 62-Jährige. Ihr wichtigster Herausforderer Andrej Gjurow kam demnach auf ein Ergebnis zwischen 32,2 und 32,5 Prozent. 

Sollte tatsächlich keiner der Kandidaten die notwendige Mehrheit holen, findet kommenden Sonntag eine Stichwahl statt.

Jotowa, eine ehemalige Journalistin und sozialistische Europaabgeordnete, hatte das Präsidentenamt erst im Januar von Rumen Radew übernommen. Er trat zurück, gewann anschließend die Parlamentswahl und wurde Ministerpräsident. Eine Bestätigung Jotowas als Staatschefin würde ihm Rückenwind verschaffen. 

Im Falle eines Sieges wäre sie die erste gewählte Frau an der Spitze Bulgariens. Die Präsidentin hat im politischen System Bulgariens vor allem repräsentative Aufgaben. Sie kann allerdings ein Veto gegen Gesetze einlegen und ist Oberbefehlshaberin der Streitkräfte des Nato-Mitgliedslandes.

Der Urnengang war überschattet vom Ukraine-Krieg und damit zusammenhängenden Sicherheitsbedenken nach einer Reihe von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer. Jotowa hatte den Ukraine-Krieg zu einem der zentralen Themen in ihrem Wahlkampf gemacht.

Die Regierung von Ministerpräsident Radew hatte im Juni Waffenlieferungen aus Beständen der bulgarischen Armee an die Ukraine gestoppt und sich später aus der internationalen "Koalition der Willigen" zur Unterstützung Kiews zurückgezogen. Die bulgarische Rüstungsindustrie liefert allerdings weiterhin Waffen an Kiew. Jotowa zweifelt auch nicht an der EU- oder Nato-Mitgliedschaft des Landes.

Ihr wichtigster Herausforderer, der 50-jährige ehemalige Vizechef der bulgarischen Nationalbank, Andrej Gjurow, setzt auf Abschreckung sowie westliche Bündnisse und ist ein scharfer Kritiker der Außenpolitik von Regierungschef Radew. Er wolle ein "Bulgarien, das nach vorne schaut, ein Land, das europäisch, frei und stolz ist", hatte er vor der Wahl deutlich gemacht.

Weitere Meldungen

Tausende demonstrieren gegen Rundfunkreform von Tschechiens rechter Regierung

In Tschechien haben tausende Menschen gegen die Einführung eines neuen Finanzierungssystems für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und eine befürchtete Einschränkung der

Mehr
"Liebliches Frankreich" und harte Ordnungspolitik: Le Pen und Bardella eröffnen Wahlkampf

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat zum Auftakt ihres Präsidentschaftswahlkampfs die französische Lebensart beschworen. "In Frankreich lebt man wie die Franzosen", sagte Le

Mehr
Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag

Mehr

Top Meldungen

IEA-Chef: Müssen auf milden Winter hoffen

Paris (dts Nachrichtenagentur) - Die globale Öl- und Gasversorgung dürfte aus Sicht der Internationalen Energieagentur (IEA) infolge des Irankriegs noch für Monate kritisch

Mehr
Stihl senkt wegen Trockenheit Umsatzprognose für 2026

Waiblingen (dts Nachrichtenagentur) - Der für seine Motorsägen bekannte Gerätebauer Stihl senkt seine Umsatzprognose für 2026. "Aus heutiger Sicht werden wir einen leichten

Mehr
Audi kündigt bei Trump-Wahlkampfveranstaltung Werk in den USA an

Atlanta (dts Nachrichtenagentur) - Der deutsche Autobauer Audi hat auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Bau eines neuen SUV-Werks in den USA

Mehr