Lifestyle

UN-Bericht zu Heroin: Opium-Anbau in Afghanistan hat sich 2026 mehr als vervierfacht

  • AFP - 29. Oktober 2026, 10:23 Uhr
Bild vergrößern: UN-Bericht zu Heroin: Opium-Anbau in Afghanistan hat sich 2026 mehr als vervierfacht
Offiziell ist der Opiumanbau in Afghanistan verboten
Bild: AFP

Trotz eines Opium-Verbots durch die Taliban-Regierung hat sich die Produktion des Drogenrohstoffs in Afghanistan 2026 mehr als vervierfacht. Nach 10.000 Hektar 2025 seien in diesem Jahr 43.000 Hektar mit Opium bepflanzt worden, heißt es in einem UN-Bericht.

Trotz eines Opium-Verbots durch die Taliban-Regierung hat sich die Produktion des Drogenrohstoffs in Afghanistan 2026 mehr als vervierfacht. Nach 10.000 Hektar im vergangenen Jahr seien in diesem Jahr 43.000 Hektar mit Opium bepflanzt worden, heißt es in einem Donnerstag veröffentlichten Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Es rief dazu auf, alternative Einnahmequellen für afghanische Bauern zu fördern.

Nachdem Afghanistan lange Zeit der führende Opium-Produzent war, wurde es 2022 durch Myanmar abgelöst, weil die Taliban nach ihrer Rückkehr an die Macht gegen den Opium-Anbau vorgingen. Das Eingreifen der Taliban-Regierung verringerte die Opium-Anbaufläche in Afghanistan von mehr als 200.000 auf 10.000 Hektar im Jahr 2025.

Die weit verbreitete Armut in Afghanistan brachte einige Bauern allerdings dazu, trotz des Verbots wieder auf Opium zu setzen. "Ohne Opium können wir uns nicht einmal Grundnahrungsmittel leisten", sagte etwa der 22-jährige Bauer Mohammed aus der nordöstlichen Provinz Badachschan, der Hochburg des Opium-Anbaus in Afghanistan, der Nachrichtenagentur AFP.

"Ich wollte ein Auto kaufen, ein Haus bauen und heiraten", führte er aus. "Ohne Opium kann ich das nicht erreichen." Allerdings lebe er wegen des illegalen Opium-Anbaus in "Angst". Die Taliban-Behörden drohten ihm und seine Ernten seien schon mehrfach zerstört worden, aber er mache trotzdem weiter.

Die Taliban-Regierung versichert, seit ihrer Rückkehr an die Macht im Jahr 2021 habe sie mehr als 22.000 Hektar Opium-Felder zerstört. Laut UNODC werden die Opium-Pflanzen allerdings oft zwischen anderen Nutzpflanzen oder hinter Mauern verborgen.

Laut UNODC brachte der Anbau von Weizen in Afghanistan 2023 nur gut 770 Dollar (690 Euro) pro Hektar ein, der Anbau von Opium hingegen 10.000 Dollar pro Hektar. "Die Vervierfachung des Mohn-Anbaus zeigt, wie schwierig es ist, Rückgänge beim illegalen Opium-Anbau aufrechtzuerhalten, wenn arme Bauern keine Alternativen haben, um ihre Familien zu ernähren", erklärte UNODC-Direktorin Monica Juma. 

Ihre Organisation hat mit Unterstützung der EU und Japans Programme finanziert, die afghanischen Bauern alternative Einnahmequellen eröffnen sollen. Der UNODC-Repräsentant für Afghanistan, Polleak Ok Serei, erklärte, mit der Förderung des Anbaus anderer Nutzpflanzen sei es allerdings nicht getan. Die afghanischen Bauern bräuchten auch "Infrastruktur, Straßen, Bewässerung, Lagerkapazitäten" sowie Zugang zu internationalen Märkten.

Der Opium-Anbau sei "ein internationales Problem" und erfordere daher internationale Zusammenarbeit, betonte Ok Serei. Nach Angaben der Drogenagentur der Europäischen Union (Euda) war afghanisches Opium der Hauptrohstoff für das Heroin, das 2024 in der Europäischen Union von etwa 850.000 Menschen konsumiert wurde.

Weitere Meldungen

Berliner Abgeordnetenhaus wählt Klein zur neuen Präsidentin

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Linken-Politikerin Hendrikje Klein ist zur neuen Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gewählt worden. Sie erhielt in der

Mehr
Patientenschutz warnt vor Kürzungen in häuslicher Pflege

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat scharfe Kritik an möglichen Leistungskürzungen in der häuslichen Pflege geübt. Vorstand Eugen

Mehr
Neues Berliner Abgeordnetenhaus erstmals zusammengekommen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Knapp sechs Wochen nach der Wahl ist das Berliner Abgeordnetenhaus erstmals in neuer Zusammensetzung zusammengekommen. Alterspräsident Kurt

Mehr

Top Meldungen

Ölkonzerne fahren Milliardengewinne ein - Grüne und Linke fordern Übergewinnsteuer

Europäische Ölkonzerne profitieren von den hohen Preise für Rohöl aufgrund des Iran-Kriegs. Die Unternehmen Shell in Großbritannien, TotalEnergies in Frankreich und Repsol in

Mehr
Linke fordert Übergewinnsteuer und Gewinnmargendeckel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts hoher Spritpreise fordert Linken-Fraktionschef Sören Pellmann eine Übergewinnsteuer und einen Gewinnmargendeckel für Ölkonzerne.

Mehr
VW verzeichnet Milliardenverlust im dritten Quartal

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro nach Steuern verzeichnet. Das teilte der Autohersteller am

Mehr