Wirtschaft

"Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA

  • AFP - 30. Oktober 2026, 08:19 Uhr
Bild vergrößern: Handelsblatt: Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA
Gernot Döllner
Bild: AFP

Infolge des umstrittenen Auftritts von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump hoffen die deutschen Autohersteller auf sinkende Zölle für Lieferungen in die USA.

Infolge des umstrittenen Auftritts von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump hoffen die deutschen Autohersteller auf sinkende Zölle für Lieferungen in die USA. Die Ankündigung von Audi, ein neues Werk in den USA zu bauen, falle in den Kontext von Verhandlungen des Mutterkonzerns Volkswagen mit der US-Regierung, berichtete das "Handelsblatt" am Donnerstag unter Verweis auf Insider. BMW und Mercedes hoffen demnach, von einem möglichen Deal zu profitieren.

Döllner war am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung der regierenden Republikaner im US-Bundesstaat Georgia aufgetreten und hatte Investitionen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar angekündigt. Demnach will die VW-Tochter in Georgia ihr erstes Werk in den USA bauen. 4500 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Anschließend hagelte es Kritik. Der Vorwurf: Döllner habe sich von Trump für dessen Wahlkampf für die Zwischenwahlen Anfang November einspannen lassen. Dass Audi im Gegenzug auf Zugeständnisse in Zollfragen hoffe, war ebenfalls vermutet worden. Auf Autolieferungen von Europa in die USA werden derzeit 15 Prozent Zoll fällig. Audi hat bislang keine eigenen Werke in den USA und wird deshalb besonders hart getroffen.

Für Freitagnachmittag ist laut der "Augsburger Allgemeinen" eine Aufsichtsratssitzung bei Audi in Ingolstadt anberaumt. Döllners Auftritt mit Trump werde Thema der Sitzung sein, zitierte die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Wie das "Handelsblatt" weiter berichtete, könnte Trump nach den Zwischenwahlen am 3. November eine Zollsenkung für VW veranlassen. BMW und Mercedes hoffen zugleich auf ein sogenanntes Gleichbehandlungsprinzip. Aus Verhandlungskreisen heiße es jedoch, dass die Erleichterungen möglicherweise auf Unternehmen beschränkt werden könnten, die bis Ende kommenden Jahres in neue Fabriken in den USA investieren.

Weitere Meldungen

"Augsburger Allgemeine": Audi-Aufsichtsrat tagt zu Döllner-Auftritt mit Trump

Der umstrittene Auftritt des Audi-Chefs Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump wird einem Medienbericht zufolge Thema im Aufsichtsrat des Autobauers. Das

Mehr
Lagarde-Rücktritt: EZB-Chefin will sich künftig nicht nur zur Geldpolitik äußern

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat ihren für Februar angekündigten vorzeitigen Rücktritt von ihrem Amt damit begründet, dass sie sich

Mehr
Deutsche Regas plant wieder zweites LNG-Schiff für Importterminal vor Rügen

Das LNG-Importterminal vor der Ostseeinsel Rügen soll für den nächsten Winter 2027/2028 wieder ein zweites Schiff für die Regasifizierung von Flüssigerdgas bekommen. Das

Mehr

Top Meldungen

Bahn will für mehr Pünktlichkeit Zugverkehr reduzieren

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Bahn will mit einer gezielten Reduktion des Zugverkehrs die Pünktlichkeit verbessern. Eine unabhängige Expertenkommission soll

Mehr
Erwerbstätigkeit im September nahezu unverändert

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im September 2026 sind nach Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung rund 45,60 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland

Mehr
Ifo-Institut: Energiepreise sorgen weiterhin für Preisdruck

München (dts Nachrichtenagentur) - Mehr Unternehmen in Deutschland planen, ihre Preise anzuheben. Die Ifo-Preiserwartungen stiegen von 23,0 im September auf 25,9 Punkte im

Mehr