Im Jemen und im benachbarten Saudi-Arabien ist die Gewalt mit neuen gegenseitigen Angriffen weiter eskaliert. Die pro-iranische Huthi-Miliz meldete am Samstag 27 Tote und 36 Verletzte durch saudiarabische Luftangriffe auf ein Dorf nahe Sanaa. Zugleich erklärte sie, mit Raketen und Drohnen unter anderem den Flughafen von Riad und saudiarabische Ölanlagen angegriffen zu haben. Unterdessen gab es widersprüchliche Angaben über eine mögliche Beteiligung Syriens am Kampf gegen die Huthis.
Die Luftwaffe der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition habe sechs Häuser in der Ortschaft Al-Scharija östlich der Hauptstadt Sanaa getroffen, erklärte das Huthi-Gesundheitsministerium laut der Nachrichtenagentur Saba. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder. Zuvor hatten die Huthis 22 Tote und 30 Verletzte gemeldet. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Die Nachrichtenagentur Saba berichtete, Rettungskräfte suchten weiter nach Opfern unter den Trümmern. Auch Sanitäter seien bei zwei weiteren Luftangriffen ins Visier genommen worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor. Der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah zeigte Bilder, die nach eigenen Angaben aus Al-Scharija stammten und Trümmer sowie Verletzte in einem Krankenhaus zeigten.
Als Vergeltung für die jüngsten Angriffe hätten die Huthis sechs Raketen- und Drohneneinsätze gegen saudiarabische Ziele ausgeführt, erklärte Militärsprecher Jahja Saree im Onlinedienst X. Ziele seien Anlagen des Ölkonzerns Aramco, der Flughafen von Riad sowie Militärstellungen auf beiden Seiten der Grenze gewesen. Unabhängige Bestätigungen der behaupteten Treffer lagen zunächst nicht vor.
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärte ihrerseits, sie habe am Samstag eine auf die Region Riad abgefeuerte Rakete abgefangen und zerstört. Bereits am Donnerstag hatte sie die Abwehr einer Huthi-Rakete nahe der für Muslime heiligen Stadt Medina gemeldet. Die Huthis bestritten, Medina angegriffen zu haben.
Erst am Freitag waren bei einem Angriff auf einen Markt in der westlichen Provinz Tais nach Angaben der Huthis 30 Menschen getötet und acht verletzt worden. Während die Miliz Saudi-Arabien für Luftangriffe verantwortlich machte, warfen die von Riad unterstützten jemenitischen Regierungstruppen den Huthis vor, den Markt mit einer ballistischen Rakete beschossen zu haben.
Nach vier Jahren relativer Ruhe waren die Kämpfe zwischen den Huthis und den Regierungstruppen im Juli wieder aufgeflammt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seither mehr als 1600 Menschen getötet und mehr als 300.000 vertrieben. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition unterstützt die international anerkannte Regierung. Die Huthis werden vom Iran unterstützt.
Unterdessen gab es widersprüchliche Angaben über eine mögliche Beteiligung Syriens am Kampf gegen die Huthi-Miliz. Nach Angaben jemenitischer Regierungs- und Militärvertreter hat Syrien mit Saudi-Arabien vereinbart, rund 3000 Soldaten zur Unterstützung der von Riad angeführten Militärkoalition zu entsenden. Mehrere hundert syrische Soldaten seien bereits auf beiden Seiten der Grenze zwischen dem Jemen und Saudi-Arabien stationiert.
Die angebliche Truppenentsendung wurde den jemenitischen Vertretern zufolge bei einem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Riad in dieser Woche vereinbart. Dabei unterzeichneten beide Länder ein militärisches Kooperationsabkommen. Saudi-Arabien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der syrischen Regierung.
Aus diplomatischen Kreisen in Syrien wurde den Angaben jedoch widersprochen. Entsprechende Berichte seien "zum jetzigen Zeitpunkt völlig unbegründet", verlautete nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana. Bei dem Abkommen mit Saudi-Arabien gehe es vor allem um die Ausbildung von Soldaten und die Stärkung militärischer Fähigkeiten. Zu einer möglichen Stationierung syrischer Soldaten in Saudi-Arabien gab es demnach zunächst keine Angaben.
Brennpunkte
Jemen: Neue gegenseitige Angriffe - Huthis melden 27 Tote
- AFP - 7. November 2026, 20:05 Uhr
Der Konflikt im Jemen eskaliert: Die Huthis melden 27 Tote bei saudiarabischen Angriffen und erklären, den Flughafen von Riad sowie Ölanlagen angegriffen zu haben. Über eine Entsendung syrischer Soldaten gibt es widersprüchliche Angaben.
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