Motor

CO2-Flottenausstoß - Keine Strafen für Mehrverbrauch

  • Holger Holzer/SP-X - 9. März 2023, 14:17 Uhr

Dank starker E-Autoverkäufe entgehen die Pkw-Hersteller auch 2022 der CO2-Strafe. Einige erreichen das Ziel aber nur knapp.

Die Autoindustrie hat 2022 in Europa ihre CO2-Flottenziele erreicht. Alle Hersteller und Gruppen landeten unter ihrem individuellen Grenzwert, wie die Umweltorganisation ICCT errechnet hat. Die besten relativen Ergebnisse erzielten Tesla-Honda, die mit durchschnittlichen Emissionen von 22 Gramm pro Kilometer ihr Ziel von 129 Gramm um 83 Prozent unterboten. Strafzahlungen werden demnach nicht fällig.

Im Branchenschnitt lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß nach Abzug von E-Auto- und Technik-Boni - den sogenannten ,,Supercredits" beziehungsweise ,,Eco-Innovations" - bei 107 Gramm pro Kilometer. Das waren 10 Prozent weniger als die erlaubten 119 Gramm. Besser als der Schnitt lagen Volvo, BMW, Kia, Mercedes-Benz und die Stellantis-Gruppe mit Marken wie Peugeot, Opel und Fiat. Unterm Schnitt fanden sich Hyundai, Ford, Mazda-Subaru-Toyota, Renault-Nissan-Mitsubishi sowie VW-SAIC. Die gemeinsam mit der chinesischen MG-Mutter veranlagten Wolfsburger kamen auf einen Ausstoß von 117 Gramm, 3 Gramm beziehungsweise 3 Prozent unter dem Zielwert von 120 Gramm.

Die EU-Vorgaben für den CO2-Ausstoß regeln den erlaubten Kraftstoffverbrauch von Autos. Grundlage sind die durchschnittlichen Emissions-Normwerte aller in Europa neu zugelassener Fahrzeuge eines Herstellers. Für jeden Anbieter gilt ein individueller Wert, der sich am Gewicht der verkauften Pkw bemisst. Somit darf Mercedes etwa mehr CO2 ausstoßen als etwa Smart. Diese Regelung sollte ursprünglich sicherstellen, dass die - vornehmlich deutschen - Hersteller großer Autos gegenüber Kleinwagenmarken nicht im Nachteil sind.

Um die Ziele zu erreichen und Strafzahlungen zu vermeiden dürften sich einzelne Hersteller mit anderen zusammenschließen. Ein gefragter Partner in den vergangenen Jahren war etwa Tesla, die per Definition 0 Gramm CO2 ausstoßen. Insgesamt soll die Industrie einen Zielwert von 119 Gramm erreichen - dieser ergibt sich aus der Umrechnung der nach dem alten NEFZ-Messzyklus festgelegten 95 Gramm in WLTP-Werte. Für 2035 sieht die EU einen Maximalwert von 0 Gramm vor - die als ,,Verbrenner-Verbot" bekannte Regelung ist aber noch nicht endgültig verabschiedet.

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