Politik

Prognosen: Konservativer thailändischer Regierungschef gewinnt Wahl

  • AFP - 8. Februar 2026, 17:34 Uhr
Bild vergrößern: Prognosen: Konservativer thailändischer Regierungschef gewinnt Wahl
Thailands Regierungschef Anutin Charnvirakul
Bild: AFP

In Thailand hat die Partei des konservativen Regierungschefs Anutin Charnvirakul laut Prognosen die Parlamentswahl klar gewonnen. Anutins Bhumjaithai-Partei holte demnach fast 200 der 500 Sitze und wurde damit mit Abstand stärkste Kraft.

In Thailand hat die Partei des konservativen Regierungschefs Anutin Charnvirakul laut Prognosen die Parlamentswahl klar gewonnen. Anutins Bhumjaithai-Partei holte nach den vom Sender Channel 3 am Sonntag veröffentlichten Prognosen fast 200 der 500 Sitze und wurde damit mit Abstand stärkste Kraft. Die reformorientierte Volkspartei landete mit gut 100 Sitzen auf Platz zwei. Anutin erklärte, sein Wahlsieg gehöre "allen Thailändern, egal ob ihr für uns gestimmt habt oder nicht".

In Umfragen vor der Wahl hatte die Volkspartei, die größte Oppositionskraft, noch vor der Bhumjaithai-Partei gelegen. Der Vorsitzende der Volkspartei, Natthaphong Ruengpanyawut, räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. Seine Partei erkenne den Grundsatz an, dass die stärkste Kraft das Recht habe, "die Regierung zu bilden".

Auf dem dritten Platz landete den Prognosen zufolge die Pheu-Thai-Partei des inhaftierten Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra. 

Der Urnengang am Sonntag war der zweite binnen drei Jahren. Anutin hatte im September die Nachfolge von Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra angetreten. Die Tochter Thaksins war Ende August im Zusammenhang mit dem Grenzkonflikt mit Kambodscha vom Verfassungsgericht abgesetzt worden. Die Volkspartei hatte Anutins Amtsantritt zwar unterstützt, aber die Bedingung gestellt, binnen vier Monaten Neuwahlen abzuhalten.

Bei der Wahl 2023 war Anutins Partei noch auf dem dritten Platz gelandet. Die meisten Stimmen hatte damals die Fortschrittspartei bekommen, die Vorgängerorganisation der Volkspartei. Die etablierten Parteien hatten sich dann aber zu einer Koalition zusammengeschlossen. Die Fortschrittspartei wurde so von der Macht ausgeschlossen und später aufgelöst.

Anutins wahrscheinlichster Koalitionspartner ist nun die Pheu-Thai-Partei der Shinawatra-Familie, mit der seine Partei bereits bis Juni gemeinsam regierte. Die Shinawatras hatten die thailändische Politik jahrzehntelang dominiert. Seit der Verhaftung von Parteigründer Thaksin sind aber sowohl die Partei als auch die Shinawatra-Familie geschwächt. 

Auch Anutin stammt aus einer thailändischen Politik- und Unternehmerdynastie. Seine Familie wurde vor allem durch eine Baufirma reich, die große öffentliche Aufträge wie den Bau des Bangkoker Flughafens oder des Parlamentsgebäudes an sich zog. Sein Vater war 2008 bereits Ministerpräsident, später auch Innenminister gewesen.

Anutin selbst war während der Regierungszeit seiner drei Vorgänger stellvertretender Ministerpräsident. Zuvor war er bereits Innen- und Gesundheitsminister gewesen. Kurz nach seinem Amtsantritt als Ministerpräsident hatte er der Armee weitgehende Befugnisse im Grenzkonflikt mit Kambodscha erteilt. Im Wahlkampf spielte der Konflikt eine große Rolle, Anutins harte Haltung zahlte sich nun also aus.

Parallel zur Parlamentswahl entschieden die Wählerinnen und Wähler zudem in einem Referendum darüber, ob Thailand eine neue Verfassung bekommen soll. Den Prognosen zufolge stimmten rund 60 Prozent für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung - konkrete Vorschläge liegen allerdings noch nicht auf dem Tisch. Die derzeitige Verfassung, die nach dem jüngsten Militärputsch in Thailand 2014 ausgearbeitet wurde, räumt dem nicht vom Volk gewählten Senat erheblichen politischen Einfluss ein.

Weitere Meldungen

Schlechte Wirtschaftslage vergrößert Spielraum für Neuverschuldung

Die sich verschlechternden Wachstumsaussichten bedeuten für die Bundesregierung einen höheren Spielraum bei der Neuverschuldung. Allein im kommenden Jahr dürfe

Mehr
London und Paris verlängern Abkommen zu Bekämpfung irregulärer Migration über Ärmelkanal

Frankreich und Großbritannien haben eine Neuauflage ihres Abkommens zur Bekämpfung der irregulärer Migration über den Ärmelkanal vereinbart. Nach monatelangen Verhandlungen

Mehr
Studie: Mehrheit der Deutschen hält Seelsorge für wichtig

Eine große Mehrheit der Deutschen misst der Seelsorge laut einer Umfrage im Auftrag der Kirche große Bedeutung zu. 81 Prozent sehen diese als verlässlichen Anker in schwierigen

Mehr

Top Meldungen

Volkswagen senkt China-Ziele und will Exportgeschäft ausbauen

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Volkswagen korrigiert seine Erwartungen für das China-Geschäft deutlich nach unten und setzt stärker auf Exporte. Bis 2030 rechnet der

Mehr
Handwerk macht weniger Umsatz

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie das

Mehr
E-Auto-Zulassungen in Europa steigen auf Rekordniveau

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Im März haben europäische Autokäufer so viele batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen wie noch nie. Wie Daten des Dienstleisters

Mehr