Politik

London und Paris verlängern Abkommen zu Bekämpfung irregulärer Migration über Ärmelkanal

  • AFP - 23. April 2026, 09:29 Uhr
Bild vergrößern: London und Paris verlängern Abkommen zu Bekämpfung irregulärer Migration über Ärmelkanal
Boot mit Migranten im Ärmelkanal
Bild: AFP

Frankreich und Großbritannien haben eine Neuauflage ihres Abkommens zur Bekämpfung der irregulärer Migration über den Ärmelkanal vereinbart. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sie sich auf eine Verlängerung des sogenannten Sandhurst-Abkommens.

Frankreich und Großbritannien haben eine Neuauflage ihres Abkommens zur Bekämpfung der irregulärer Migration über den Ärmelkanal vereinbart. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die beiden Länder auf eine Verlängerung des sogenannten Sandhurst-Abkommens um weitere drei Jahre, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus dem französischen Innenministerium erfuhr. Das 2018 unterzeichnete Abkommen war 2023 erstmals verlängert worden und wäre in diesem Jahr ausgelaufen.

Die neue Vereinbarung sieht vor, dass Frankreich die Zahl seiner Sicherheitskräfte an der Küste bis 2029 um mehr als die Hälfte auf 1400 Beamte erhöht. Großbritannien soll im Gegenzug bis zu 766 Millionen Euro bereitstellen. Fast ein Viertel der Summe ist jedoch an Auflagen geknüpft und wird nur ausgezahlt, wenn die französischen Maßnahmen greifen. 

Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete das neue Abkommen als "historisch". Die britisch-französische Zusammenarbeit habe bereits jetzt "Zehntausende Überfahrten verhindert", erklärte Starmer. Mithilfe der neuen Vereinbarung können nun sogar noch mehr geleistet werden: "Wir werden die geheimdienstlichen Maßnahmen, die Überwachung und die Mobilisierung von Einsatzkräften vor Ort verstärken, um die Grenzen Großbritanniens zu schützen."

Auch die britische Innenministerin Shabana Mahmood äußerte sich zuversichtlich. "Diese wegweisende Vereinbarung wird illegale Migranten davon abhalten, die gefährliche Reise anzutreten, und Menschenschmuggler hinter Gitter bringen", erklärte Mahmood.

London wirft Paris seit langem vor, zu wenig zu tun, um Migranten daran zu hindern, von der französischen Küsten aus die gefährliche Überfahrt über den Ärmelkanal nach Großbritannien anzutreten.

Nach britischen Angaben kamen 2025 mehr als 41.000 Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien. Mindestens 29 Menschen starben bei dem Versuch, in kleinen Booten die britische Küste zu erreichen.

Weitere Meldungen

Umweltverbände dringen auf Abkehr von fossilen Importen und Übergewinnsteuer

Eine Abkehr von fossilen Energieimporten sowie eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne haben Umwelt- und Klimaschutzorganisationen im Vorfeld des informellen EU-Gipfels in

Mehr
Schlechte Wirtschaftslage vergrößert Spielraum für Neuverschuldung

Die sich verschlechternden Wachstumsaussichten bedeuten für die Bundesregierung einen höheren Spielraum bei der Neuverschuldung. Allein im kommenden Jahr dürfe

Mehr
Studie: Mehrheit der Deutschen hält Seelsorge für wichtig

Eine große Mehrheit der Deutschen misst der Seelsorge laut einer Umfrage im Auftrag der Kirche große Bedeutung zu. 81 Prozent sehen diese als verlässlichen Anker in schwierigen

Mehr

Top Meldungen

Viele Unternehmen haben Frauenförderung organisatorisch verankert

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Viele Unternehmen in Deutschland haben Frauenförderung organisatorisch verankert. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des

Mehr
RTL gibt nach Sky-Übernahme Abonnentenziel von 15 Millionen aus

Köln (dts Nachrichtenagentur) - RTL-Chef Thomas Rabe hat nach der Genehmigung der Europäischen Kommission für die Übernahme von Sky Deutschland durch RTL Deutschland ein

Mehr
Volkswagen senkt China-Ziele und will Exportgeschäft ausbauen

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Volkswagen korrigiert seine Erwartungen für das China-Geschäft deutlich nach unten und setzt stärker auf Exporte. Bis 2030 rechnet der

Mehr