Wirtschaft

SPD-Papier: Hohe Vermögen sollen mehr zu Gemeinwesen beitragen

  • dts - 8. Februar 2026, 16:45 Uhr
Bild vergrößern: SPD-Papier: Hohe Vermögen sollen mehr zu Gemeinwesen beitragen
SPD-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD fordert, hohe Vermögen mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen. "Ungleichheit und Steuerungerechtigkeit erzeugen Ärger", heißt es in einem Beschlussentwurf für die Parteivorstandsklausur zur Wirtschaftspolitik, über den die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten.

Es sei ein Problem, wenn große Teile der Gesellschaft kaum oder kein Vermögen besäßen und gleichzeitig das reichste ein Prozent der Bevölkerung mehr Vermögen als große Teile der Bevölkerung zusammen. Um dies zu ändern, sei das Steuersystem ein zentraler Hebel. "Wer mehr hat, kann und soll mehr beitragen", heißt es in dem Papier. Dies gelte nicht, "wenn Multimillionen- und Milliardenerbschaften oft sehr niedrig oder gar nicht besteuert werden, während normale Erbschaften die Steuer zahlen". Nötig sei außerdem, kleine und mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer zu entlasten. Spitzenvermögen müsse man "fairer besteuern".

Eindringlich warnt die SPD in ihrem Wirtschafts-Papier vor Einschnitten in den Sozialstaat und nimmt dabei indirekt den Koalitionspartner Union in den Blick. "Wer Wettbewerbsfähigkeit und Standortpolitik auf Lohndrückerei und Sozialstaatsabbau verengt - auf pauschal niedrigere Lohnkosten, auf Sozialkürzungen oder auf eine Politik, die Beschäftigte für ihre Lebensentscheidungen abwertet - setzt auf Rezepte der 1980er-Jahre", heißt es "Diese Rezepte waren schon damals falsch. Doch heute wirken sie erst recht nicht mehr und werden den Herausforderungen an unser Wirtschaftsmodell nicht gerecht." Es habe sich gezeigt, dass Steuersenkungswettbewerbe dazu führten, dass es weniger Geld für Infrastruktur gebe und die Ungleichheit wachse. Der Ruf nach dem Abbau des Sozialstaats und die plakative Forderung nach Mehrarbeit von Arbeitnehmern sei ein alter Reflex.

Indirekt kritisiert die SPD insbesondere den Vorstoß des Unions-Wirtschaftsflügels, das Recht auf Teilzeit einzuschränken. "Wer Teilzeit pauschal diffamiert, verkennt die Realität von Familien, Pflege, Weiterbildung und Gesundheit", heißt es in dem Papier. Ein Fokus müsse darauf liegen, Frauen und Männern, die gerne mehr arbeiten wollten, dies zu ermöglichen. Dazu gehöre der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten sowie Arbeitszeitmodelle, die die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf erleichterten.

Weitere Meldungen

ZF spricht sich für Rückkehr zur Atomkraft aus

Friedrichshafen (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Autozulieferers ZF, Mathias Miedreich wirbt dafür, dass Deutschland zur Atomkraft zurückkehrt - und sieht darin eine

Mehr
Studie: Deutschland könnte Potenziale der Industrie besser nutzen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die deutsche Wirtschaft hat das Potenzial, die Herausforderungen der Transformation zu bewältigen, benötigt dafür jedoch eine Änderung der

Mehr
Europäischer Gerichtshof: EU-Genehmigung für Lufthansa-Milliardenhilfen nichtig

Die Genehmigung der EU-Kommission für Milliardenhilfen des Bundes für die Lufthansa in der Corona-Pandemie ist nichtig. Das entschied am Donnerstag der Europäische Gerichtshof

Mehr

Top Meldungen

Medien: Minenräumung in Straße von Hormus könnte halbes Jahr dauern

Die Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung des US-Militärs einige Zeit dauern. Eine Einschätzung des Pentagons, über die am Mittwoch die

Mehr
Viele Unternehmen haben Frauenförderung organisatorisch verankert

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Viele Unternehmen in Deutschland haben Frauenförderung organisatorisch verankert. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des

Mehr
RTL gibt nach Sky-Übernahme Abonnentenziel von 15 Millionen aus

Köln (dts Nachrichtenagentur) - RTL-Chef Thomas Rabe hat nach der Genehmigung der Europäischen Kommission für die Übernahme von Sky Deutschland durch RTL Deutschland ein

Mehr