Der australische Premierminister Anthony Albanese hat sich angesichts gewaltsamer Zusammenstöße zwischen der Polizei und pro-palästinensischen Demonstrierenden bei einem Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog in Australien bestürzt gezeigt. Er sei "am Boden zerstört", sagte Albanese am Dienstag einem örtlichen Radiosender. "Das sind wirklich Szenen, von denen ich denke, dass sie nicht stattfinden sollten", fügte er hinzu.
Albanese verteidigte zugleich das Vorgehen der Polizei, die bei Protesten in Sydney Pfefferspray gegen Demonstranten und Medienvertreter eingesetzt hatte. "Menschen sollten ihre Meinung friedlich äußern können, aber die Polizei war sehr deutlich hinsichtlich der Routen, die einzuhalten waren", sagte der australische Premier.
Bei Protesten gegen Herzogs Besuch war am Montagabend in Sydney Chaos ausgebrochen, als die Polizei versuchte, eine Kundgebung daran zu hindern, einen als Sperrzone ausgewiesenen Bereich zu betreten. Der Premier des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, erklärte, die Polizei sei in "unglaublich schwierige Umstände" gebracht worden. Die Polizei teilte mit, bei den Protesten 27 Menschen festgenommen zu haben.
Für Empörung sorgte derweil ein in Onlinediensten kursierendes Video, das zeigt, wie muslimische Männer, die in der Nähe des Rathauses von Sydney beten, von der Polizei gedrängt und gestoßen werden. Für 17.30 Uhr (Ortszeit, 7.30 Uhr MEZ) haben Protestgruppen in Sydney zu einer Demonstration gegen "Polizeigewalt" aufgerufen.
Der israelische Präsident hatte am Montag einen Kranz in der Nähe des Bondi Beach niedergelegt. Dort hatten bei einem Angriff am 14. Dezember zwei Männer - Vater und Sohn - auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka geschossen und 15 Menschen getötet. Unter den Toten waren ein zehnjähriges Mädchen und ein Holocaust-Überlebender. Dutzende Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die australischen Behörden stuften das Verbrechen als antisemitischen Angriff ein.
Herzog will der jüdischen Gemeinde in Australien Trost spenden. Anlässlich seines viertägigen Besuchs wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Die Regierung des Bundesstaates New South Wales räumte der Polizei umfassendere Befugnisse zur Kontrolle von Demonstranten ein. Ein Versuch der Demonstranten, dagegen gerichtlich vorzugehen, war kurz vor dem Beginn der Proteste gescheitert, wie örtliche Medien berichteten.
Brennpunkte
Australiens Premier bestürzt über Gewalt bei Protesten gegen Israels Präsidenten
- AFP - 10. Februar 2026, 08:25 Uhr
Australiens Premierminister Anthony Albanese hat sich angesichts gewaltsamer Zusammenstöße zwischen der Polizei und pro-palästinensischen Demonstrierenden bei einem Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog in Australien bestürzt gezeigt.
Weitere Meldungen
Im Schweizer Lausanne ist am Mittwochabend ein Gedenkkonzert für die Opfer der Silvester-Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana abgehalten worden. An dem Konzert in der Halle
MehrIn seinem weltweiten Werben um Unterstützung will der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, am Donnerstag in Berlin mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen
MehrDer US-Marine-Staatssekretär John Phelan hat sein Amt nach Angaben des Pentagon niedergelegt. Phelan "scheidet mit sofortiger Wirkung aus der Regierung aus", erklärte
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, rechnet mit einer Beitragsstabilisierung, sollte die
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem Hintergrund des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April hat Umweltminister Carsten Schneider (SPD) den
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Chefin der größten deutschen Gewerkschaft hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine Äußerungen zur Rente scharf kritisiert. "Der
Mehr














