Brennpunkte

Bundeswehr findet zu wenige Freiwillige für Litauen-Brigade

  • dts - 12. Februar 2026, 12:28 Uhr
Bild vergrößern: Bundeswehr findet zu wenige Freiwillige für Litauen-Brigade
Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Für die Aufstellung der Bundeswehrbrigade an der Nato-Ostflanke in Litauen haben sich bisher deutlich zu wenige Soldaten freiwillig gemeldet. "Freiwilligenbewerbungen sind nicht ausreichend", heißt es in vertraulichen Statistiken des Heeres, über die der "Spiegel" berichtet. Darin geht es um die Zahl der Soldaten, die sich für einen zweijährigen Einsatz an der Nato-Ostflanke gemeldet haben. Besonders bei den Mannschaftsdienstgraden, die den Großteil der Brigade stellen, sind die Zahlen zu niedrig.

Konkret geht es um die Besetzung der Dienstposten für das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122. Laut den Papieren erreichen die bisherigen Freiwilligenmeldungen nur zwischen 28 und 47 Prozent. Die beiden Einheiten sollen dieses Jahr mit Soldaten bestückt werden und 2027 voll ausgerüstet in den Einsatz an der Ostflanke gehen.

In einem internen Sachstand aus dem Verteidigungsministerium von Ende Januar werden die ausbleibenden Meldungen noch drastischer beschrieben. Für die "neuen Hauptkräfte" der Litauen-Brigade - konkret genannt werden Artillerie, Aufklärer, Pioniere und Unterstützungstrupps - hätten sich bei einer bundeswehrweiten Umfrage für 1.971 Dienstposten nur "rund 10 Prozent" der nötigen Freiwilligen gemeldet.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Sommer 2023 angekündigt, eine voll ausgestattete Bundeswehrbrigade dauerhaft in Litauen an der Nato-Ostflanke zu stationieren, ab 2027 soll der Verband einsatzbereit sein. Für die Soldaten soll der Einsatz in Litauen freiwillig sein. Durch umfangreiche Zulagen hat das Ministerium versucht, die Mission für die Soldaten der Bundeswehr so attraktiv wie möglich zu machen.

Laut dem internen Papier aus dem Ministerium sind nun umfangreiche "Mitigationsmaßnahmen" geplant. Zunächst soll das Personalamt 43.000 Informationsschreiben an alle Soldaten verschicken, die für den Einsatz infrage kommen. Zudem will die Bundeswehr Tagestrips nach Litauen anbieten, damit sich mögliche Bewerber die Kasernen ansehen können. Geplant ist auch eine "Reduzierung der Mindeststehzeit in Litauen auf ein Jahr". Bisher galt es als Vorgabe, dass die Freiwilligen für mindestens zwei Jahre in Litauen bleiben sollten.

Die Bundeswehr räumte auf Nachfrage ein, dass man bisher nicht ausreichend Freiwillige für den Einsatz gefunden hat. Die Zahlen aus den internen Papieren seien aber nur "ein Zwischenstand von Ende letzten Jahres", aus dem sich "keine belastbaren Prognosen für Freiwilligenbewerbungen ableiten" ließen. "Derzeit ist noch nicht genau absehbar, wie sich die Freiwilligenbewerbungen in den kommenden Monaten entwickeln", sagte ein Sprecher des Heeres. Die Aufstellung der Brigade mit qualifiziertem Personal ist und bleibe "herausfordernd".

Weitere Meldungen

Studie: Investitionen in Atomwaffen stark gestiegen

Einer Studie zufolge haben Finanzinstitute ihre Investitionen in die Produktion von Atomwaffen deutlich erhöht. Von Januar 2023 bis September 2025 hätten Investoren Aktien und

Mehr
Kindesmissbrauch per Livestream: Anklage gegen 46-Jährigen in Ellwangen erhoben

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern per Livestream ist in Baden-Württemberg Anklage gegen einen 46-Jährigen erhoben worden. Der Beschuldigte soll in mehreren Fällen Frauen

Mehr
Betrug mit 3D-Druckern im großen Stil in Bayern: Mehrjährige Haftstrafe

Das Landgericht im bayerischen Aschaffenburg hat einen 42-Jährigen wegen Betrugs mit 3D-Druckern im großen Stil zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die Kammer

Mehr

Top Meldungen

Voigt: Bundesländer werden 1.000-Euro-Bonus nicht zahlen

Erfurt (dts Nachrichtenagentur) - Für die Beschäftigten der Länder im öffentlichen Dienst wird es die 1.000-Euro-Prämie nicht geben. "Wir in Thüringen werden in großer

Mehr
Höherer Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Februar

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Februar 2026 gegenüber Januar 2026 kalender- und saisonbereinigt um 7,6

Mehr
Tankrabatt stößt auf Kritik aus Monopolkommission

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor der Bundestagsabstimmung über die Senkung der Energiesteuer für die Monate Mai und Juni haben Ökonomen die Maßnahme kritisiert. "Aus

Mehr