Politik

Russische Schattenflotte auf Ostsee: Greenpeace warnt vor Ölpest bei Havarie

  • AFP - 16. Februar 2026, 10:35 Uhr
Bild vergrößern: Russische Schattenflotte auf Ostsee: Greenpeace warnt vor Ölpest bei Havarie
Tanker der russischen Schattenflotte
Bild: AFP

Greenpeace hat vor schweren Umweltschäden durch eine mögliche Havarie eines Öltankers der sogenannten russischen Schattenflotte gewarnt. Dies würde die Küsten der Ostsee und das Meeresökosystem entlang der Tankerroute schwer beschädigen.

Greenpeace hat vor schweren Umweltschäden durch eine mögliche Havarie eines Öltankers der sogenannten russischen Schattenflotte auf der Ostsee gewarnt. Von Finnland über Schweden und Deutschland bis nach Dänemark wären im Falle einer Ölpest Meeres- und Küstenschutzgebiete betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und als Kinderstube vieler Fischbestände entscheidend seien, erklärte die Umweltschutzorganisation am Montag in Hamburg.

Zudem wären durch einen Unfall die beliebtesten Urlaubsgebiete an der Ostseeküste auf Jahre belastet, berichtete Greenpeace unter Berufung auf eine vom Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht erstellte Simulationsstudie. 

Die Experten berechneten demnach, wie sich 48.000 Tonnen Öl an acht verschiedenen Unfallorten entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee über einen Zeitraum von 30 Tagen ausbreiten würden. Dazu wurden Strömungs- und Winddaten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie genutzt.

Russland exportiert über die Route den Großteil seines Rohöls. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland nach dem Angriffskrieg in der Ukraine verhängte Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo. "Die Faktenlage ist erdrückend, die Bundesregierung muss endlich gegen die Schattenflotte und ihre Geistertanker handeln", forderte Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.

Die EU will die russischen Einnahmen aus dem Ölexport weiter reduzieren und plant dazu neue Sanktionen gegen Moskau. Das Sanktionspaket sieht auch ein Verbot der Wartung und anderer Dienstleistungen für russische Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher vor. Zudem sollen 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden, die damit dann 640 Schiffe umfassen würde.

Weitere Meldungen

GKV-Chef pocht auf Zuckersteuer und höhere Alkohol- und Tabaksteuer

Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, hat in der Debatte um Gesundheitsreformen die Einführung einer Zuckersteuer und eine Erhöhung der Alkohol- und

Mehr
Gefahr für Sánchez: Korruptionsprozess gegen Spaniens Ex-Verkehrsminister beginnt

In einer für Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez zur schweren Belastung gewordenen Korruptionsaffäre muss sich ab Dienstag seine frühere rechte Hand, Ex-Verkehrsminister

Mehr
Nach Angriffen auf iranisches Akw Buschehr: IAEA warnt vor "sehr realer Bedrohung"

Angesichts des bereits vierten Angriffs auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor einer "sehr realen Bedrohung

Mehr

Top Meldungen

Berliner Linke fordert Sprit-Zuschuss für kleinere Betriebe

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken zur Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp, fordert einen Ausgleich für die steigenden Benzin- und

Mehr
Kassen pochen auf Zuckersteuer und höhere Alkohol- und Tabaksteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, hat in der Debatte um Gesundheitsreformen die Einführung einer Zuckersteuer und

Mehr
GKV-Chef Blatt rechnet mit Rückgang der Krankenkassen-Anzahl

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, rechnet in den kommenden Jahren mit einem weiteren Rückgang bei der Zahl der

Mehr