Politik

Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar

  • AFP - 20. Februar 2026, 11:23 Uhr
Bild vergrößern: Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar
Pflegerin im Krankenhaus
Bild: AFP

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen, Josef Hecken, hunderte Kliniken für verzichtbar: 'Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland.'

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen hunderte Kliniken für verzichtbar. Knapp zwei Drittel der bisherigen Hospitäler seien ausreichend für eine gute Versorgung, sagte Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern der "Wirtschaftswoche" (Freitagsausgabe). "Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland." 

Auf dem Land solle es aber weiter grundlegende medizinische Versorgung geben, sagte Hecken. "Die Basiskrankenhäuser in der Fläche müssten nach G-BA-Maßstäben so verteilt sein, dass die allermeisten Menschen sie in höchstens 30 Minuten Fahrzeit erreichen."

Zurzeit würden Menschen nicht immer gut stationär versorgt, wenn sie ins nächste Krankenhaus kämen, sagte der Vorsitzende des "kleinen Gesetzgebers" im Gesundheitswesen. "Es werden unnötige Untersuchungen oder Behandlungen gemacht, im schlimmsten Fall gibt es Komplikationen und sie werden in eine besser geeignete Klinik verlegt."

Zurzeit verhandeln Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), der Bundesrat und die Bundesländer über eine Änderung der von Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) gestarteten Krankenhausreform. Kernstück ist demnach eine stärkere medizinische Spezialisierung. Vor allem die kleineren Kliniken sollen weniger Leistungen anbieten und sich auf jene Eingriffe beschränken, die sie gut beherrschen. Patientinnen und Patienten müssten also teilweise längere Wege bis zum nächsten Krankenhaus in Kauf nehmen - sollen dafür aber besser behandelt werden können.

Der Gesetzgeber hat den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) damit beauftragt zu entscheiden, welche Therapien und Arzneien von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Die Richtlinien des Gremiums sind innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung bindend. Die Rechtsaufsicht über den G-BA hat das Bundesministerium für Gesundheit.

Weitere Meldungen

Merz bereitet offenbar Entlastungen vor - höhere Pendlerpauschale im Gespräch

Angesichts der weiterhin hohen Energiepreise konkretisieren sich in der Bundesregierung offenbar die Pläne für steuerliche Entlastungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist

Mehr
Frankreich wirft Ungarn wegen Weitergabe vertraulicher EU-Infos "Verrat" vor

Nach Berichten über eine Weitergabe vertraulicher EU-Inhalte durch den ungarischen Außenminister an seinen russischen Kollegen hat Frankreich "Verrat" angeprangert. "Es ist ein

Mehr
Bei Techniker Krankenkasse nutzen gut acht Prozent der Versicherten E-Akte

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) nutzt bisher rund eine Million Versicherte aktiv die elektronische Patientenakte. "Die Zahl der Anmeldungen steigt kontinuierlich", erklärte

Mehr

Top Meldungen

Banaszak fordert Tempolimit statt höherer Pendlerpauschale

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Chef Felix Banaszak spricht sich gegen eine mögliche Anhebung der Pendlerpauschale aus und fordert stattdessen ein temporäres

Mehr
Arbeitsrechtler erwartet Klagen wegen Gender-Pay-Gap

Bayreuth (dts Nachrichtenagentur) - Frauen bekommen Unterstützung aus der EU, um den sogenannten Gender-Pay-Gap zu schließen. "Gehaltsverhandlungen werden sich in den nächsten

Mehr
Pläne zu höherer Pendlerpauschale stoßen auf Kritik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich kritisch zu einer möglichen Erhöhung der

Mehr