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Macron ruft vor geplantem Gedenkmarsch für ultrarechten Aktivisten zur Ruhe auf

  • AFP - 21. Februar 2026, 10:19 Uhr
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Demonstranten erinnern an den getöteten Quentin
Bild: AFP

Vor einem geplanten Gedenkmarsch für einen bei einer Schlägerei mit Linksextremen getöteten ultrarechten Aktivisten in Lyon hat der französische Präsident Macron alle Seiten zur 'Ruhe' aufgerufen. Gewalt sei niemals gerechtfertigt.

Vor einem geplanten Gedenkmarsch für einen bei einer Schlägerei mit Linksextremen getöteten ultrarechten Aktivisten in Lyon hat der französische Präsident Emmanuel Macron alle Seiten zur "Ruhe" aufgerufen. Gewalt sei niemals gerechtfertigt, sagte Macron am Samstag: "Es gibt keinen Platz für Milizen, egal woher sie kommen." Der Präsident kündigte zudem eine Kabinettssitzung in der kommenden Woche an, bei der über gewalttätige Gruppen mit Verbindungen zu politischen Parteien diskutiert werden soll.

Der 23 Jahre alte Quentin Deranque war vor einer Woche gestorben, nachdem er bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksextremen in Lyon schwer am Kopf verletzt worden war. Mehrere rechtsextreme und streng katholische Gruppen rufen für Samstagnachmittag zu einem Gedenkmarsch für Deranque auf. Die Behörden fürchten dabei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der extremen Rechten und Linken und planen ein großes Polizeiaufgebot. Die Familie des Getöteten will nicht an dem Marsch teilnehmen und rief dazu auf, auf politische Kundgebungen zu verzichten.

Die Justiz ermittelt in dem Fall gegen sechs Verdächtige wegen Totschlags. Gegen einen parlamentarischen Mitarbeiter eines linkspopulistischen Abgeordneten wird wegen Beihilfe ermittelt. Der Fall sorgt kurz vor den Kommunalwahlen im März für Unruhe in allen politischen Lagern. 

Zudem führte er zu Verstimmung zwischen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni. Meloni hatte erklärt, der Tod des 23-Jährigen sei "eine Wunde für Europa". Macron warf ihr daraufhin indirekt unerwünschte Einmischung vor. Auch die Regierung von US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu dem Fall und forderte, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

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