Brennpunkte

Geheimdienstkreise: Nigeria zahlte Islamisten Lösegeld für entführte Schüler

  • AFP - 23. Februar 2026, 16:11 Uhr
Bild vergrößern: Geheimdienstkreise: Nigeria zahlte Islamisten Lösegeld für entführte Schüler
Hinweisschild der St. Mary's-Schule
Bild: AFP

Die nigerianische Regierung hat nach Angaben aus Geheimdienstkreisen der Islamisten-Miliz Boko Haram Lösegeld für die Freilassung von rund 230 Schülern und Mitarbeitern eines katholischen Internats gezahlt.

Die nigerianische Regierung hat nach Angaben aus Geheimdienstkreisen der Islamisten-Miliz Boko Haram Lösegeld für die Freilassung von rund 230 Schülern und Mitarbeitern eines katholischen Internats gezahlt. Als Teil des Millionen-Dollar-Deals seien auch zwei Boko-Haram-Kommandeure freigekommen. Die nigerianische Regierung bestreitet solche Vereinbarungen mit Extremisten, die auch gesetzlich untersagt sind.

Ende November waren Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen acht und 18 Jahren sowie Mitarbeiter aus dem St. Mary's-Internat in Papiri im Bundesstaat Niger im Zentrum Nigerias verschleppt worden. Rund 50 von ihnen war bereits kurz nach der Entführung die Flucht gelungen, die restlichen Verschleppten kamen im Abstand mehrerer Wochen in zwei Gruppen frei.

Seit Jahren greifen schwer bewaffnete Banden immer wieder in ländlichen Gebieten im Nordwesten und im Zentrum Nigerias an, um Menschen zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Tausende Menschen wurden getötet. Die Banden haben ihre Lager in einem riesigen Waldgebiet, das sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt. 

Vor mehr als zehn Jahren hatte die Verschleppung von 276 Mädchen aus ihrer Schule im nigerianischen Chibok international Aufsehen erregt. Von einigen der damals verschleppten Mädchen fehlt bis heute jede Spur.

Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, denen Christen wie Muslime gleichermaßen zum Opfer fallen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. Die nigerianischen Behörden weisen Vorwürfe zurück, die Christen im Land würden verfolgt.

Anfang November hatte die US-Regierung Nigeria wegen der angeblich gezielten Tötung von Christen mit einem US-Militäreinsatz gedroht. US-Präsident Donald Trump behauptete, Christen seien in Nigeria einer "existenziellen Bedrohung" ausgesetzt.

Weitere Meldungen

Selenskyj dankt Merz für Deutschlands "starke Unterstützung" für die Ukraine

Vor einer EU-Abstimmung über ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine

Mehr
US-Vertreter: Abreise von JD Vance nach Pakistan verzögert sich wegen weiterer Beratungen

Die Abreise von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen in Pakistan über eine Beendigung des Iran-Kriegs hat sich am Dienstag nach Angaben aus dem Weißen Haus wegen

Mehr
Bericht: CDU-Politiker Laschet bricht sich bei Unfall mit E-Scooter Schulter

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat sich bei einem Unfall mit einem E-Scooter die Schulter gebrochen. Das bestätigte der 65-Jährige RTL, wie der Sender am Dienstag auf

Mehr

Top Meldungen

Hormus-Mission: Regierung will ein Minenjagdboot vorstationieren

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung treibt die Vorbereitungen für eine Teilnahme der Marine an einer möglichen Sicherungs-Operation in der Straße von Hormus

Mehr
Bas stellt sich in Rentendebatte gegen Merz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat sich gegen die jüngsten Rentenaussagen von Friedrich Merz (CDU) gestellt und den

Mehr
Bericht: Regierung löst Blockade bei EEG-Novelle und Netzpaket

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung hat sich bei der Kraftwerksstrategie, der EEG-Novelle und dem Netzpaket geeinigt. Alle drei Vorhaben gehen jetzt in die

Mehr