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Brasilien: Mutmaßliche Drahtzieher des Mordes an Kommunalpolitikerin Franco verurteilt

  • AFP - 25. Februar 2026, 21:33 Uhr
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Marielle Franco
Bild: AFP

Fast acht Jahre nach dem Mord an der brasilianischen Kommunalpolitikerin und Aktivistin Marielle Franco sind die beiden mutmaßlichen Auftraggeber zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Bei den Verurteilten handelt es sich um frühere Abgeordnete.

Fast acht Jahre nach dem Mord an der brasilianischen Kommunalpolitikerin und Aktivistin Marielle Franco sind die beiden mutmaßlichen Auftraggeber des Verbrechens zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Oberste Gericht des Landes in Brasília verhängte am Mittwoch Haftstrafen von jeweils 76 Jahren gegen die Ex-Abgeordneten und Brüder Chiquinho und Domingos Brazão wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und Zugehörigkeit zu einer bewaffneten kriminellen Organisation. 

Der Mord an Franco und ihrem Fahrer hatte in Brasilien wie auch international für großes Entsetzen gesorgt. Die linksgerichtete afrobrasilianische Frauenrechtlerin und Stadträtin war am 14. März 2018 erschossen worden, als sie mit dem Auto nahe des Zentrums der Millionenmetropole Rio de Janeiro unterwegs war. Der Wagen wurde von Kugeln durchsiebt. Eine Assistentin Francos überlebte den Angriff.

Das Oberste Gericht befand nun die Brazão-Brüder für schuldig, den Mord angeordnet zu haben. Chiquinho Brazão gehörte früher dem brasilianischen Bundesparlament an, sein Bruder dem Parlament des Bundesstaats Rio de Janeiro. Auch war Domingos Brazão früher für die Rechnungsprüfungsstelle des Bundesstaats tätig.

Die obersten Richter kamen zu dem Schluss, dass Franco ermordet wurde, weil sich sich gegen Pläne gewandt hatte, von Milizen illegal übernommenen Grundbesitz nachträglich zu legalisieren. Die Brazão-Brüder "hatten nicht bloß Kontakt zur Miliz. Sie waren die Miliz", erklärte der Vorsitzende Richter Alexandre de Moraes.

Die illegalen Milizen in Rio haben ihren Ursprung in sogenannten Selbstverteidigungsgruppen, die vor vier Jahrzehnten von Ex-Polizisten und anderem ehemaligen Sicherheitspersonal zum Schutz von Vierteln vor Drogenbanden gegründet worden waren. Aus diesen Gruppen entwickelten sich dann mächtige kriminelle Organisationen, die als Konkurrenten der Drogengangs öffentliche Ländereien in ihren Besitz brachten, Einwohner erpressten und von ihrer Vernetzung mit politischen Kreisen profitieren. 

Die Richter hoben in ihrem jetzigen Schuldspruch auch den "Rassismus" und die "Frauenfeindlichkeit" der beiden Verurteilten hervor. Moraes beschrieb Franco als eine "arme Frau, eine schwarze Frau, die es wagte, sich den Interessen der Miliz-Angehörigen, der Männer und der Weißen entgegenzustellen". Die im Alter von 38 Jahren ermordete Franco war in einer der als Favelas bezeichneten Armenviertel von Rio aufgewachsen. 

Bereits im Oktober 2024 verurteilte ein Geschworenengericht in Rio zwei Männer, die den Mord an Franco und ihrem Fahrer ausgeführt hatten, zu hohen Haftstrafen. Ronnie Lessa, der von einem Wagen aus die tödlichen Schüsse abgefeuert hatte, wurde zu 78 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sein Komplize Elcio Queiroz, der am Steuer saß, erhielt eine Strafe von 59 Jahren und acht Monaten. Beide sind ehemalige Militärpolizisten und hatten die Tat gestanden.

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