Brennpunkte

IAEA verabschiedet trotz US-Widerstands Resolution zur Bedrohung der atomaren Sicherheit der Ukraine

  • AFP - 5. März 2026, 18:23 Uhr
Bild vergrößern: IAEA verabschiedet trotz US-Widerstands Resolution zur Bedrohung der atomaren Sicherheit der Ukraine
Logo der IAEA an ihrem Sitz in Wien
Bild: AFP

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat trotz des Widerstands der USA eine Resolution verabschiedet, in der er seine 'Besorgnis' über die 'wiederholten und verstärkten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine' darlegt.

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat am Donnerstag trotz des Widerstands der USA eine Resolution verabschiedet, in der er seine "Besorgnis" über die "wiederholten und verstärkten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine" darlegt. Die von Kanada und den Niederlanden eingebrachte Resolution sei mit 20 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und zehn Enthaltungen angenommen worden, sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur AFP.

Neben China, Russland und dem Niger stimmten auch die USA gegen die Resolution. Es war das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022, dass eine Resolution ohne die Zustimmung der USA verabschiedet wurde. Washington bezeichnete die Resolution als "unnötig". Sie helfe nicht dabei, Frieden zwischen der Ukraine und Russland zu schaffen, sagte der Vertreter der USA im Gouverneursrat, Howard Solomon, bei der Debatte. 

Angriffe auf die für externe Stromversorgung der Kernkraftwerke entscheidende Energieinfrastruktur der Ukraine stellten "eine direkte Bedrohung für die nukleare Sicherheit dar", hieß es in der Resolution. IAEA-Chef Rafael Grossi wurde in der Resolution aufgerufen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, "um einen Atomunfall zu verhindern, wenn weitere Risiken entstehen".

Die Atomkraftwerke der Ukraine sind aufgrund der Gefechte immer wieder von der Stromversorgung und dem Stromnetz abgeschnitten. Das Akw Saporischschja ist das größte Nuklearkraftwerk Europas. Es liegt nahe der Frontlinie und wurde seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder beschossen. Seit März 2022 ist das Akw von russischen Streitkräften besetzt. Die sechs Reaktoren des Kraftwerks sind seitdem abgeschaltet. Die Anlage braucht aber weiterhin Strom für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme. 

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor knapp vier Jahren haben sich die Ukraine und Russland wiederholt gegenseitig vorgeworfen, mit Angriffen auf das Akw eine Atomkatastrophe zu riskieren.

Weitere Meldungen

Söder: Evakuierungen aus dem Nahen Osten noch unzureichend

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die bisherigen Evakuierungsbemühungen der Bundesregierung für festsitzende Reisende im Nahen Osten für unzureichend und

Mehr
EU-Kommission fürchtet neue Migrationskrise

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission hält aufgrund des Iran-Kriegs eine Fluchtbewegung erheblichen Ausmaßes für möglich. Das geht aus vertraulichen

Mehr
Iran: Trump will bei Chamenei-Nachfolge mitreden - und schließt dessen Sohn aus

US-Präsident Donald Trump will bei der Nachfolge des getöteten iranischen Anführers Ayatollah Ali Chamenei mitmischen. "Ich muss in die Ernennung eingebunden sein", zitierte

Mehr

Top Meldungen

Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute

Der internationale Schifffahrtsektor hat den Persischen Golf, den Golf von Oman und die Straße von Hormus offiziell zum Kriegsgebiet erklärt. Dies werde "den Störungen und

Mehr
USA nehmen Rosneft Deutschland von Sanktionen aus

Washington (dts Nachrichtenagentur) - Die USA nehmen die deutsche Tochter des russischen Ölkonzerns Rosneft von Sanktionen aus. Das teilte das US-Finanzministerium am Donnerstag

Mehr
Selenskyj: Wiederinbetriebnahme von Druschba-Pipeline dauert noch Wochen

Bis zur Wiederinbetriebnahme der umstrittenen Druschba-Pipeline durch die Ukraine könnte es nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch Wochen dauern. "Nach aktuellen

Mehr