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Studie: Frühjahrsmüdigkeit durch Daten nicht belegbar - eher kulturelles Phänomen

  • AFP - 9. März 2026, 16:47 Uhr
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Krokusse als Frühlingsboten
Bild: AFP

Die von vielen Menschen bei den ersten warmen Sonnenstrahlen empfundene Frühjahrsmüdigkeit ist einer Schweizer Studie zufolge offenbar eher ein kulturelles Phänomen. Durch Daten lasse sich das nicht belegen.

Die von vielen Menschen bei den ersten warmen Sonnenstrahlen empfundene Frühjahrsmüdigkeit ist einer Schweizer Studie zufolge offenbar eher ein kulturelles Phänomen. Die Frühjahrsmüdigkeit lässt sich durch Daten nicht empirisch belegen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Universität Basel sowie von Kliniken in Basel und Bern hervorgeht.

Ein Forschungsteam befragte online Studienteilnehmer über ein Jahr hinweg ab April 2024 alle sechs Wochen und wertete anschließend die Antworten von 418 Menschen aus. Diese gaben jeweils an, wie erschöpft sie sich in den zurückliegenden vier Wochen fühlten und machten Angaben zur Schläfrigkeit während des Tags sowie zur Schlafqualität. Durch wiederholte Befragungen waren unterschiedliche Jahreszeiten abgedeckt.

Rund die Hälfte der Teilnehmern und Teilnehmerinnen gab demnach bei Studienbeginn an, unter Frühjahrsmüdigkeit zu leiden. Das hätte sich laut Studienleiterin Christine Blume auch in der Auswertung der Umfragedaten zeigen müssen. Allerdings sei das nicht der Fall gewesen.

Im Frühling werden die Tage schnell länger. "Wenn Frühlingsmüdigkeit ein echtes biologisches Phänomen wäre, sollte sich das gerade in dieser Übergangsphase zeigen, etwa, weil sich der Körper anpassen muss", erklärte die Basler Schlafforscherin. In den Daten spielte jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich die Tageslänge veränderte, keine Rolle für die Erschöpftheit der Teilnehmer. Ebenso fanden sich keine Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten oder Jahreszeiten.

Das Expertenteam interpretierte die Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den Messdaten als Hinweis darauf, dass die Frühjahrsmüdigkeit eher ein kulturell geprägtes Phänomen als ein tatsächliches saisonales Syndrom ist. Weil es dafür einen Begriff gebe, achteten viele Menschen im Frühling stärker darauf, wie müde sie sich fühlten.

Dass Menschen im Frühjahr tatsächlich müder sind als etwa im Herbst oder Winter, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Als mögliche Ursachen werden bislang ein mögliches Ungleichgewicht von Hormonen im Frühling oder Blutdruckveränderungen genannt. Die meisten erleben den Übergang vom Winter zum Frühling ohnehin als unproblematisch.

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