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Erstmals Frau als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ins Amt eingeführt

  • AFP - 25. März 2026, 18:24 Uhr
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Sarah Mullally bei ihrer Amtseinführung
Bild: AFP

Zum ersten Mal in der Geschichte der Anglikanischen Kirche ist eine Frau feierlich als deren geistliches Oberhaupt gekürt worden: Die formelle Amtseinführung von Sarah Mullally fand in einer großen Zeremonie in der Kathedrale von Canterbury statt.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Anglikanischen Kirche ist eine Frau als deren geistliches Oberhaupt gekürt worden: Die formelle Amtseinführung von Sarah Mullally fand am Mittwoch in einer großen Zeremonie in der Kathedrale von Canterbury im Südosten Englands statt. Zu den rund 2000 Anwesenden gehörten auch Kronprinz William und seine Frau Catherine. 

Gemäß der Tradition begann die Zeremonie damit, dass Mullally dreimal mit einem Stab an die Tür der Kathedrale klopfte, um Einlass zu erbitten. Später nahm die 63-Jährige auf zwei verschiedenen Thronen Platz. Diese symbolisieren die doppelte Verantwortung ihres Amtes: als Erzbischöfin der Diözese Canterbury und als geistliche Anführerin der weltweit 85 Millionen Gläubigen der Anglikanischen Kirche.

Die ehemalige Krankenschwester und Mutter von zwei Kindern war im Oktober vergangenen Jahres von König Charles III., dem weltlichen Oberhaupt der Kirche von England, zur Erzbischöfin von Canterbury ernannt worden. Die jahrhundertealte Kirche von England ist die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft: Der erste Erzbischof von Canterbury war bereits Ende des 6. Jahrhunderts ernannt worden. 

Mullallys Ernennung an der Spitze der Anglikanischen Kirche sorgte bei einigen konservativen Mitgliedern für negative Reaktionen. Die Kirche von Uganda etwa bezeichnete die Personalie als "traurige Neuigkeit". 

Die Anglikanische Kirche zählt rund 85 Millionen Mitglieder in über 165 Ländern. Nach jahrelangem erbitterten Streit erlaubte die Kirche erst spät, dass Frauen zu Bischöfinnen geweiht werden durften, was erstmals 1989 in den USA geschah. Auch für das Priesterinnenamt wurden weibliche Geistliche seit Anfang der 1990er-Jahre zugelassen. 

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