Politik

Merz dringt auf Reformen: "Wir brauchen eine höhere Leistung in diesem Land"

  • AFP - 27. März 2026, 18:54 Uhr
Bild vergrößern: Merz dringt auf Reformen: Wir brauchen eine höhere Leistung in diesem Land
Friedrich Merz
Bild: AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Forderung nach weitreichenden Reformen bei Arbeit, Steuern und Sozialsystemen bekräftigt. 'Wir brauchen eine höhere Leistung in diesem Land', sagte er auf einer Veranstaltung der 'FAZ'.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Forderung nach weitreichenden Reformen bekräftigt. "Wir brauchen eine höhere Leistung in diesem Land", sagte Merz am Freitag auf einer Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Kanzler nannte vier Bereiche, in denen die Kosten für die Volkswirtschaft dringend gesenkt werden müssten: Energie, Sozialsystem, Steuern und Bürokratie. "Wir wollen das in einem größeren Paket diesen Sommer auf den Weg bringen", sagte er.

Mit Blick auf die gesetzliche Krankenversicherung kündigte der Kanzler an, dass "wir da unmittelbar in den Leistungskatalog gehen müssen". Merz nannte die Reform im Gesundheitsbereich die schwierigste der anstehenden Aufgaben, die Reform der Rentenversicherung die wichtigste. Bei der Reform der Krankenversicherung werde es "den härtesten Widerstand" geben, denn dies sei "hochgradig vermintes Gelände von Lobbygruppen". Er selbst sei "seit Geburt privat versichert", fühle sich aber dennoch betroffen. 

Zur Rente sagte Merz, hier seien "die Stellschrauben relativ klar". Es müsse darum gehen, "alle Anreize, gesund frühzeitig in den Ruhestand zu gehen, zu überprüfen", denn "das können wir uns in diesem Land einfach nicht mehr leisten". Das Ziel der Regierung sei es aber es attraktiver zu machen, länger zu arbeiten und "nicht mit Zwang und Regulierung" zu arbeiten. Langfristig plädierte Merz für die Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge. Es gebe jedoch bei der Rente "ein Übergangsproblem von etwa 20 Jahren", weil aktuell die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gingen.

Kritisch äußerte sich Merz zu Forderungen nach Abschaffung des Ehegattensplitting. "In einer Ehe muss das Einkommen gemeinsam behandelt werden und nicht getrennt", stellte er klar. Auch sei beim Ehegattensplitting "nicht überzeugt, dass das die Beschäftigung von Frauen behindert". Als übergreifendes Ziel der genannten Reformen bezeichnete es Merz, "die direkte Belastung mit Steuern und Sozialversicherungsabgaben zu reduzieren". Dafür dürften vor allem die Sozialbeiträge "nicht immer weiter in die Höhe gehen".

Weitere Meldungen

Für Schutz von Jill Biden zuständiger Secret-Service-Beamter schießt sich ins Bein

Ein für den Schutz der ehemaligen US-First Lady Jill Biden zuständiger Mitarbeiter des Secret Service hat sich bei einem Einsatz versehentlich selbst ins Bein geschossen. Das

Mehr
Rubio äußert sich nach G7-Treffen nur verhalten zur US-Strategie

Die G7-Außenminister haben einen sofortigen Stopp der Angriffe auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur im Iran-Krieg gefordert. Nichts rechtfertigte es, Zivilisten ins

Mehr
Wahl in Baden-Württemberg: Amtliches Ergebnis bringt keine Änderungen mehr

Knapp drei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg steht das amtliche Endergebnis fest. Änderungen gegenüber dem vorläufigem Ergebnis gab bei den

Mehr

Top Meldungen

Linke will schnelle Mehrwertsteuersenkung für Lebensmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Linken-Chef Jan van Aken fordert angesichts drohender Preissteigerungen bei Lebensmitteln eine zügige Senkung der Mehrwertsteuer. "Schnelle

Mehr
Ökonomen sehen drei Hebel für mehr Frauen im Job

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Eine Auswertung der Ökonomen Vanessa Bammert und Claus Michelsen vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) kommt zu dem Ergebnis,

Mehr
Ex-Minister Riester kritisiert Riester-Reform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Walter Riester, der ehemalige Sozialminister und Namensgeber der Riester-Rente, hat die gerade beschlossene Reform der privaten Altersvorsorge

Mehr