Brennpunkte

Rubio: USA werden Beziehung zur Nato nach Iran-Krieg "neu bewerten müssen"

  • AFP - 1. April 2026, 04:59 Uhr
Bild vergrößern: Rubio: USA werden Beziehung zur Nato nach Iran-Krieg neu bewerten müssen
Rubio vergangene Woche nahe Paris
Bild: AFP

US-Außenminister Marco Rubio hat für die Zeit nach dem Iran-Krieg eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato angedeutet. Die USA würden ihre Beziehung zu dem Verteidigungsbündnis 'neu bewerten müssen', sagte er.

US-Außenminister Marco Rubio hat für die Zeit nach dem Iran-Krieg eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato angedeutet. "Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen", sagte Rubio am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der "Wert der Nato" betrachtet werden.

Rubio fügte hinzu, eine Entscheidung in dieser Frage liege "letztlich" bei US-Präsident Donald Trump. Er selbst sei während seiner Zeit im US-Senat "einer der stärksten Verteidiger der Nato" gewesen, weil er "großen Nutzen in ihr gesehen" habe, sagte der US-Außenminister. Ein Großteil dieses Nutzens habe darin bestanden, in Europa Armeestützpunkte zu haben, die es der US-Armee ermöglichten, "Macht in verschiedenen Teilen der Welt auszuüben". Wenn nun ein Zeitpunkt gekommen sei, an dem die US-Armee diese Stützpunkte nicht mehr nutzen könne, "dann ist die Nato eine Einbahnstraße", fügte Rubio hinzu.

Washington habe seine Verbündeten zwar nicht darum gebeten, Luftangriffe im Rahmen des Krieges gegen den Iran auszuführen, sagte Rubio. "Aber wenn wir sie brauchen, damit sie uns die Nutzung ihrer Armeestützpunkte erlauben, und ihre Antwort lautet 'Nein'? Warum sind wir dann in der Nato?", fügte er hinzu. Diese Frage müsse gestellt werden.

Zuletzt hatten mehrere europäische Länder die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die italienische Regierung der US-Armee die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für einen Kampfeinsatz im Iran-Krieg verweigert hatte. Eine Anfrage des US-Militärs, mehrere Kampfflugzeuge auf der nahe Catania gelegenen Basis Sigonella landen zu lassen, sei abgewiesen worden, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Rom gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Am Montag hatte Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen, die Einsätze gegen den Iran fliegen.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. 

Weitere Meldungen

Sexualstrafrecht: Junge Union und Jusos offen für Ja-heißt-Ja-Modell

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorsitzenden der Jungen Union und der Jusos zeigen sich offen für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts. Ein neues "Nur Ja heißt

Mehr
UN: Myanmars Armee tötet in sechs Monaten über 700 Zivilisten

Naypyidaw (dts Nachrichtenagentur) - Die Vereinten Nationen werfen dem Militär in Myanmar vor, innerhalb von sechs Monaten im vergangenen Jahr für den Tod von mehr als 700

Mehr
US-Außenminister Rubio besucht ab Dienstag drei Golfstaaten

US-Außenminister Marco Rubio hat vor dem Hintergrund der Iran-Gespräche eine Reise in drei Golfstaaten angekündigt. Rubio werde ab Dienstag die Vereinigten Arabischen Emirate,

Mehr

Top Meldungen

DFB schließt externe Investoren auf Verbandsebene aus

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird sich auf Verbandsebene nicht für externe Investoren öffnen. "Externe Investoren wird es bei

Mehr
Datev: Umsatz im deutschen Mittelstand sinkt um 1,4 Prozent

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Der Umsatz im deutschen Mittelstand ist im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent gesunken. Das zeigt der

Mehr
Unions-Gutachten hält Heizungsgesetz für verfassungskonform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das umstrittene Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist einem von der Unionsfraktion in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten zufolge

Mehr