Brennpunkte

Mehr als drei Jahre Haft wegen Missbrauchs für Priester: Tat auf Oktoberfest

  • AFP - 1. April 2026, 14:09 Uhr
Bild vergrößern: Mehr als drei Jahre Haft wegen Missbrauchs für Priester: Tat auf Oktoberfest
Justitia
Bild: AFP

Das Landgericht München I hat in einem Missbrauchsprozess den katholischen Pater Piotr. M. zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Es verurteilte den Geistlichen am Mittwoch wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs.

Das Landgericht München I hat in einem Missbrauchsprozess den katholischen Pater Piotr. M. am Mittwoch zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er soll nach einem Oktoberfestbesuch zwei volltrunkene Jugendliche aus seiner Gemeinde zu vergewaltigen versucht haben, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Gericht verurteilte den Geistlichen wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen und dem Besitz jugendpornografischer Inhalte.

Nach den Feststellungen des Gerichts kam es ab 2005 in einer Gemeinde im Schwarzwald, wo der Geistliche seit 1997 tätig war, zu Übergriffen. Einem damals 14- oder 15-jährigen Jugendlichen habe er im Alkoholrausch in den Schritt gegriffen.

Bei einer Fahrt zum Münchner Oktoberfest mit diesem und einem weiteren Jugendlichen habe der Pater 2005 versucht, in die beiden sturzbetrunkenen Jugendlichen einzudringen. Die Vergewaltigung sei ihm aber nicht gelungen. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler 2024 dann jugendpornografische Bilder auf dem Handy des Priesters.

Der Vorsitzende Matthias Braumandl hob dem Gerichtssprecher zufolge das vollumfängliche Geständnis hervor. Damit habe er Verantwortung übernommen. Das Gericht stufte den Angeklagten trotz Alkoholkonsums als voll schuldfähig ein. Die Taten in dem Pfarrheim waren nach dem zur Tatzeit geltenden Recht laut Gericht nicht strafbar.

Zu Lasten des Priesters wertete das Gericht, dass die beiden Tatopfer auch nach 20 Jahren noch erkennbar von der versuchten Vergewaltigung beeindruckt seien. Der Angeklagte habe zudem sein besonderes Vertrauensverhältnis als Pfarrer ausgenutzt. 

Das Erzbistum Freiburg erklärte, das Urteil markiere einen wichtigen Schritt in der juristischen Aufarbeitung der Taten von Pater M.. Der Priester sei zwar Mitglied eines Ordens gewesen, seine Taten fanden trotzdem in der Erzdiözese statt.

Dem Bistum zufolge kamen die Ermittlungen nach einer Anzeige eines Betroffenen im Jahr 2023 zustande, der sich damals an die unabhängige Ansprechsperson des Erzbistums gewandt habe. Ohne seine Bereitschaft zur Anzeige wäre der Prozess nicht möglich gewesen.

Weitere Meldungen

Weiterer Prozess gegen Kaiserreichsgruppe in München: Brief an Putin zum Umsturz

In dem Ermittlungskomplex um die sogenannte Kaiserreichsgruppe hat am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen drei weitere Angeklagte begonnen. Den Männern

Mehr
Bundeswehr bekommt neuen Marine-Inspekteur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Marine bekommt im Herbst dieses Jahres einen neuen Chef. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat für den Posten des

Mehr
Trump: Iran hat um Waffenstillstand gebeten

Washington (dts Nachrichtenagentur) - Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump soll der Iran die Vereinigten Staaten um einen Waffenstillstand gebeten haben. Der "Präsident

Mehr

Top Meldungen

Bundesländer mahnen zu steuerlichen Entlastungen für Bürger

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um eine Reform der Mehrwertsteuer drängen die Bundesländer die schwarz-rote Koalition zu steuerlichen Entlastungen für die

Mehr
Reiche fordert "Fitnesskur" mit umfassenden Strukturreformen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat nach der Frühjahrsprojektion der Wirtschaftsinstitute eine "Fitnesskur" und einen neuen

Mehr
Erste LNG-Lieferungen aus Oman nach Deutschland angelaufen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ungeachtet des Iran-Kriegs und seiner Auswirkungen auf die Gasproduktion in der Golfregion sind die ersten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG)

Mehr