Technologie

Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden

  • AFP - 2. April 2026, 17:01 Uhr
Bild vergrößern: Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden
Nexperia Sitz in Nijmegen
Bild: AFP

Die Chips des ursprünglich niederländischen Unternehmens Nexperia können bald gänzlich in China produziert werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Unternehmenskreisen.

Die Chips des ursprünglich niederländischen Unternehmens Nexperia können bald gänzlich in China produziert werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Der Chiphersteller stand in den vergangenen Monaten im Zentrum eines geopolitischen Ringens um den Zugriff auf wichtige Technologien.

Nexperia ist ein wichtiger Großlieferant von einfachen Halbleitern, die etwa in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Die Niederlande hatten das Unternehmen, das seit 2018 zum chinesischen Wingtech-Konzern gehört, im September unter Verweis auf Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt - und damit in Peking Empörung ausgelöst.

China belegte Nexperia-Produkte daraufhin mit einem Exportverbot, was zu einem gravierenden Chip-Mangel vor allem bei Autozulieferern und -herstellern in Europa führte. Nexperia-Halbleiter werden bislang vor allem in Europa produziert und zur Weiterverarbeitung und Verpackung nach China verschickt. Lieferungen für europäische Kunden werden dann reexportiert.

Sollte der chinesische Teil künftig die gesamte Produktionskette abdecken können, könnte er so die von der niederländischen Regierung verhängten Einschränkungen umgehen. "Da die niederländische Seite unsere Wafer-Lieferungen eingestellt hat, müssen wir auf im Inland hergestellte Wafer zurückgreifen", sagte ein Unternehmensvertreter, der anonym bleiben möchte, zu AFP.

Bei einem Event mit Kunden in Peking am Mittwoch hatte ein Vertreter von Nexperia China bereits für Chips made in China geworben. "Aus Sicht der Lieferkette haben wir die Umstellung von der globalen auf die inländische Produktion in China abgeschlossen", sagte er. Die in China hergestellten Chips würden denselben strengen Qualitätsstandards entsprechen.

Von der niederländischen Unternehmensseite hieß es, Nexperia strebe "weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Nexperia-Niederlassungen in China an und habe um einen offenen Dialog gebeten, um einen Weg zur Wiederherstellung der regulären Warenlieferungen zu finden". Doch alle Versuche, "einen konstruktiven und sinnvollen Dialog mit der Geschäftsleitung in China aufzunehmen, blieben erfolglos".

Nexperia gehörte einst zum Philips-Konzern und dessen Chip-Tochterunternehmen NXP. 2018 übernahm Wingtech das Unternehmen. Nexperia betreibt auch ein Werk in Hamburg.

Weitere Meldungen

Beschleunigter Glasfaserausbau: Recht auf Anschluss soll ausgeweitet werden

Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die an das Glasfasernetz für schnelles Internet angeschlossen werden möchten, sollen dies nach Vorstellung von Bundesdigitalminister Karsten

Mehr
Freie Wahl beim Fernsehen: Karlsruhe prüft Sonderkündigungsrecht für Kabelverträge

Fernsehen in der Mietwohnung ist nicht mehr Teil der Nebenkosten - die Folgen dieser Neuregelung werden nun vom Bundesverfassungsgericht geprüft. Es verhandelte am Dienstag in

Mehr
Bundesverfassungsgericht verhandelt über Sonderkündigungsrecht für Kabelanschluss

Das vorübergehend eingeführte Sonderkündigungsrecht für Kabelfernsehverträge beschäftigt das Bundesverfassungsgericht. Es verhandelt am Dienstag (10.00 Uhr) in Karlsruhe

Mehr

Top Meldungen

Dehoga warnt vor Jobverlust durch Warken-Pläne

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sieht durch die Reformpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Jobs gefährdet.

Mehr
Offenbar tiefe Gräben bei Reformgipfel im Kanzleramt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Arbeitgeber und Gewerkschaften sind offenbar mit diametralen Positionen in den Reformgipfel am vergangenen Mittwoch im Bundeskanzleramt gegangen.

Mehr
Warken will private Pflegevorsorge steuerlich fördern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht sich für eine stärkere Förderung der privaten Pflegevorsorge aus. Ziel müsse es sein,

Mehr