Technologie

Chipknappheit durch KI bremst stärkere weltweite Internetverbreitung aus

  • AFP - 15. April 2026, 09:10 Uhr
Bild vergrößern: Chipknappheit durch KI bremst stärkere weltweite Internetverbreitung aus
Smartphone-Nutzerin in provisorischem Lager in Uganda
Bild: AFP

Die durch den KI-Boom verursachten Engpässe bei Mikrochips bremsen nach Angaben der GSMA Bemühungen aus, weltweit mehr Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen. Durch den Chipmangel ausgelöste höhere Smartphonepreise seien 'ein echter Rückschlag'.

Die durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) verursachten Engpässe bei Mikrochips bremsen nach Angaben der Mobilfunkvereinigung GSMA Bemühungen aus, weltweit mehr Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen. Durch den Chipmangel ausgelöste höhere Smartphonepreise seien "ein echter Rückschlag" für diese Bestrebungen, sagte GSMA-Generaldirektor Vivek Badrinath der Nachrichtenagentur AFP. 

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge hatten im Jahr 2025 weltweit 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zum Internet - rund ein Viertel der Weltbevölkerung. Nach GSMA-Angaben leben allerdings nur vier Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten ohne Netzabdeckung. Um diese Lücke künftig kleiner werden zu lassen, spielen dabei vor allem Geräte im unteren Preissegment eine besondere Rolle. 

Aktuell gebe es jedoch eine "sehr angespannte Situation", sagte Badrinath am Mittwoch im Vorfeld einer GSMA-Veranstaltung in Tokio. "Viele Hersteller haben ihre Bemühungen im Bereich der Low-End-Geräte zurückgefahren." Dies berge das Risiko, "dass weniger Low-End-Geräte verfügbar sind, was insbesondere in Afrika schmerzlich zu spüren sein wird", sagte der Generaldirektor des Verbands, dem mehr als tausend Mobilfunkbetreiber und weitere Unternehmen der Branche angehören. Dies sei "ein ernstes Problem".

Hintergrund ist, dass der durch den KI-Boom ausgelöste beschleunigte Bau von Rechenzentren die Nachfrage nach fortschrittlichen Chips in die Höhe hat schnellen lassen. Deshalb räumen viele Chiphersteller dem lukrativen Markt Vorrang ein und produzieren weniger vergleichsweise einfache Chips, die in alltäglicher Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones zum Einsatz kommen, was wiederum die Gerätepreise nach oben treibt. 

Der Chef des südkoreanischen Konzerns SK, Chey Tae Won, hatte im März auf einer Technologiekonferenz in San José die Einschätzung geäußert, dass die Chipknappheit voraussichtlich bis 2030 anhalten werde. Die GSMA schätzt derweil, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt bis Ende des Jahrzehnts um bis zu 3,5 Billionen Dollar (knapp drei Billionen Euro) wachsen könnte - wenn jeder Mensch über sein Mobiltelefon Zugang zum Internet hätte. 

Weitere Meldungen

Trump droht Frankreich mit 100-Prozent-Zoll auf Wein wegen Digitalsteuer

US-Präsident Donald Trump hat Frankreich mit hohen Zöllen auf Wein gedroht, sollte Paris nicht seine Digitalsteuer zurücknehmen. Er habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Mehr
Beschleunigter Glasfaserausbau: Recht auf Anschluss soll ausgeweitet werden

Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die an das Glasfasernetz für schnelles Internet angeschlossen werden möchten, sollen dies nach Vorstellung von Bundesdigitalminister Karsten

Mehr
Freie Wahl beim Fernsehen: Karlsruhe prüft Sonderkündigungsrecht für Kabelverträge

Fernsehen in der Mietwohnung ist nicht mehr Teil der Nebenkosten - die Folgen dieser Neuregelung werden nun vom Bundesverfassungsgericht geprüft. Es verhandelte am Dienstag in

Mehr

Top Meldungen

Großauftrag für Neptun-Werft in Rostock

Im Rahmen der Netzanbindung von Windparks auf dem Meer hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz einen Großauftrag vergeben, von dem insbesondere die heimische Industrie

Mehr
Moderna prüft Kauf von Biontech-Werken in Deutschland

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der US-Biotech-Konzern Moderna will in Deutschland in eigene Produktionsstandorte investieren. Interessant für die Pläne des

Mehr
Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk im ersten Quartal gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der reale Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,1 Prozent

Mehr