Brennpunkte

Laschet: Schah-Sohn Pahlavi könnte Übergang im Iran leiten

  • AFP - 23. April 2026, 08:42 Uhr
Bild vergrößern: Laschet: Schah-Sohn Pahlavi könnte Übergang im Iran leiten
Reza Pahlavi
Bild: AFP

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet betrachtet den iranischen Exil-Oppositionellen Reza Pahlavi als möglichen Wegbereiter eines demokratischen Übergangs im Iran.

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet betrachtet den iranischen Exil-Oppositionellen Reza Pahlavi als möglichen Wegbereiter eines demokratischen Übergangs im Iran. "Er ist das einzige Oppositionsgesicht, das man kennt", sagte Laschet am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Und für viele Iraner ist das halt die Alternative erst einmal zum Mullah-Regime." Pahlavi selbst betrachte sich als Übergangsfigur, "nicht als dauerhafter Herrscher, auch nicht als neuer Schah".

"Ich bin überzeugt, dass er eine Person sein kann, die einen Übergang leitet", betonte Laschet. "Er hat nichts mit der Monarchie seines Vaters zu tun, das ist ja auch fast 40 Jahre her." Falls das "Regime wirklich stürzen" sollte, was derzeit ungewisser sei als noch zu Jahresbeginn, dann könnten sich nach Einschätzung Laschets "Viele auf ihn verständigen".

In seinem weltweiten Werben um Unterstützung will der Sohn des letzten Schahs am Donnerstag in Berlin mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen zusammentreffen, unter ihnen auch Laschet. Treffen mit Vertretern der Bundesregierung sind nicht geplant. In der Bundespressekonferenz will Pahlavi außerdem eine Stellungnahme zur aktuellen Lage im Iran abgeben.

Der Schah-Sohn wird von Teilen der iranischen Opposition unterstützt, andere kritisieren den 65-Jährigen aber unter anderem wegen seiner Nähe zu Israel. Pahlavis Vater war 1979 durch die islamische Revolution gestürzt worden und aus dem Iran geflohen. Reza Pahlavi lebt heute in den USA im Exil. Er hat sich für eine säkulare Demokratie im Iran ausgesprochen und stellt sich als Alternative für den Fall dar, dass die derzeitige Führung in Teheran stürzen sollte.

Laschet übte derweil scharfe Kritik am Iran-Kurs von US-Präsident Trump. "Er packt manches an, aber es ist meistens kein politisches Konzept dahinter", sagte er. "Er verhandelt jetzt weiter mit den Mullahs, wird wahrscheinlich irgendwelche Deals machen." Die Menschen im Iran hingegen seien nach seiner Einschätzung nicht Trumps "oberste Priorität". 

"Ich bin wirklich erschüttert, wie die Amerikaner dort agiert haben", sagte Laschet mit Blick auf den Iran-Krieg. Teheran verfüge weiterhin über die Hälfte seiner Raketen und sei im Besitz von angereichertem Uran. "Und das Regime ist immer noch im Amt. Also ein Desaster."

Weitere Meldungen

Mindestens 17 Verletzte bei Zugunglück in Dänemark

Bei einem Zugunglück in Dänemark sind mindestens 17 Menschen verletzt worden. Zwischen den Ortschaften Hilleröd und Kagerup rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt

Mehr
Streit über Kohl-Buch: Witwe von Altkanzler scheitert mit Klage zu Auskunft über Gewinn

Der Autor des umstrittenen Buchs "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle" über den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl muss Kohls Witwe nicht sagen, wie viel Gewinn er mit dem Werk

Mehr
Schussabgabe auf flüchtendes Auto in Zwickau: Freispruch von Polizisten aufgehoben

In einem Berufungsprozess wegen einer Schussabgabe auf ein flüchtendes Fahrzeug hat das Landgericht Zwickau den Freispruch eines Polizeibeamten aufgehoben. Die beiden Schüsse,

Mehr

Top Meldungen

Volkswagen senkt China-Ziele und will Exportgeschäft ausbauen

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Volkswagen korrigiert seine Erwartungen für das China-Geschäft deutlich nach unten und setzt stärker auf Exporte. Bis 2030 rechnet der

Mehr
Handwerk macht weniger Umsatz

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie das

Mehr
E-Auto-Zulassungen in Europa steigen auf Rekordniveau

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Im März haben europäische Autokäufer so viele batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen wie noch nie. Wie Daten des Dienstleisters

Mehr