Wirtschaft

Commerzbank warnt Aktionäre vor Annahme von Unicredit-Angebot

  • AFP - 20. Mai 2026, 14:59 Uhr
Bild vergrößern: Commerzbank warnt Aktionäre vor Annahme von Unicredit-Angebot
Vorstandschefin Orlopp bei Commerzbank-Hauptversammlung
Bild: AFP

Angesichts der drohenden Übernahme durch die italienische Unicredit hat die Commerzbank-Spitze ihre Aktionäre davor gewarnt, ihre Anteilsscheine gegen Unicredit-Wertpapiere einzutauschen. Das Angebot sei gleichermaßen unattraktiv wie riskant.

Vor dem Hintergrund der drohenden Übernahme durch die italienische Unicredit hat die Commerzbank-Spitze die Aktionäre des Kreditinstituts davor gewarnt, ihre Anteilsscheine gegen Unicredit-Wertpapiere einzutauschen. Das Angebot sei gleichermaßen unattraktiv wie riskant, ließen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Jens Weidmann die Anwesenden der Hauptversammlung am Mittwoch in Wiesbaden wissen. Unter ihnen waren auch zahlreiche Kleinaktionäre.

Wer seine Aktien der italienischen Großbank andiene, werde faktisch zu deren Anteilseigner und müsse folglich auch die internen Probleme der italienischen Bank schultern, sagte Weidmann und verwies in diesem Zusammenhang auf ein erhöhtes "Exposure" gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote an "notleidenden Krediten" sowie ein nach wie vor signifikantes Russlandgeschäft der Unicredit. Die italienische Bank zählt zu den größten ausländischen Finanzinstituten, die noch in Russland tätig sind.

Vorstandschefin Orlopp hob hervor, dass das Angebot der Unicredit einen Versuch darstelle, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den Wert und "das Potenzial unserer Bank" nicht angemessen widerspiegele. Dennoch sei die Commerzbank offen für Gespräche - vorausgesetzt jedoch, dass es "echte Bereitschaft" dafür gebe, von der Commerzbank aufgezeigte Punkte zu diskutieren, "mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie anzubieten". Orlopp bekam wiederholt Applaus von den Anwesenden der Hauptversammlung - von denen einige ihre Ansicht mit commerzbankgelben T-Shirts mit der Aufschrift "We own yellow" (etwa: "Gelb gehört uns") kundtaten.

Die Unicredit, die bereits sei Ende 2024 im großen Stil Anteile an der Commerzbank gekauft hatte und eine Übernahme anstrebt, hatte am 5. Mai den Commerzbank-Aktionären offiziell ein Tauschangebot unterbreitet. Sie bietet den Aktionären einen Umtausch von 0,485 Unicredit-Aktien pro Commerzbank-Papier. Das Angebot besteht bis zum 16. Juni. 

Wenige Tage darauf hatte die Commerzbank als Strategie gegen die Übernahme den Abbau von 3000 weiteren Stellen angekündigt, um profitabler zu werden. Vorstand und Aufsichtsrat erklärten, ihre Strategie "Momentum 2030" schaffe mehr Wert als das Vorhaben der Unicredit.

Weitere Meldungen

Macrons ehemaliger Stabschef Moulin wird neuer Zentralbankchef Frankreichs

Der ehemalige Stabschef des französischen Präsidenten, Emmanuel Moulin wird voraussichtlich der nächste Chef der französischen Zentralbank. Die Finanzausschüsse beider

Mehr
Bundesregierung bereitet Weg für Einführung von digitaler Brieftasche

Die Bundesregierung bereitet gesetzlich den Weg für die Einführung einer digitalen Brieftasche vor: Mit der sogenannten EUDI-Wallet sollen "sich Bürgerinnen und Bürger

Mehr
Industrie und Handel kritisieren "Recht auf Reparatur"

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht den Gesetzesentwurf für ein sogenanntes Recht auf Reparatur kritisch. "Ein Recht auf Reparatur funktioniert nur, wenn die

Mehr

Top Meldungen

Preis für Super E10 wieder über zwei Euro

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Preis für Super E10 hat erneut die Marke von zwei Euro je Liter überschritten. Laut einer aktuellen Auswertung des ADAC kostet ein Liter

Mehr
IEA rechnet mit 30 Prozent E-Autos an 2026 verkauften Neuwagen

Der weltweite Anteil von E-Autos steigt weiter und könnte nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur 2026 auf 30 Prozent aller verkauften Autos steigen. Im Jahr 2025

Mehr
Bundesfinanzhof: Grundsteuer in Baden-Württemberg ist verfassungsgemäß

Die neue Grundsteuer in Baden-Württemberg ist verfassungsgemäß: Der Bundesfinanzhof (BFH) in München teilte am Mittwoch mit, er halte die Vorschriften des Landessteuergesetzes

Mehr