Brennpunkte

US-Truppenabzug: Wehrbeauftragter fordert Planungssicherheit für Bundeswehr

  • AFP - 28. Mai 2026, 12:12 Uhr
Bild vergrößern: US-Truppenabzug: Wehrbeauftragter fordert Planungssicherheit für Bundeswehr
Leopard-2-Panzer bei Bundeswehrmanöver
Bild: AFP

Angesichts einer möglichen Reduzierung der US-Truppen in der Nato hat der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dazu aufgefordert, schnell für Planungssicherheit bei der Bundeswehr zu sorgen.

Angesichts einer möglichen Reduzierung der US-Truppen in der Nato hat der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dazu aufgefordert, schnell für Planungssicherheit bei der Bundeswehr zu sorgen. "Sollten die USA ihr Engagement innerhalb der Nato deutlich reduzieren, wäre das ein Aufruf, die Sicherheitsarchitektur Europas eigenständiger zu gestalten", sagte Otte der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), forderte eine Stärkung des europäischen Pfeilers innerhalb der Nato.

Zuletzt hat es widersprüchliche Signale aus den USA zu Truppenverlegungen in Europa gegeben. Anfang Mai kündigte das US-Verteidigungsministerium an, 5000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Vergangene Woche teilte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social mit, "5000 zusätzliche Soldaten" nach Polen entsenden zu wollen, nachdem US-Militärvertreter zuvor von einem Stopp der geplanten Truppenverlegung nach Polen gesprochen hatten.

Für Deutschland und die europäischen Nato-Partner gelte es jetzt mehr denn je, "die eigene Verteidigungsfähigkeit – quasi als Europa innerhalb der NATO – entschlossen und schneller zu stärken", betonte Otte. Die "Verteidigungsaufstellung" müsse vom Ministerium schnell bekanntgeben werden, "damit die Bundeswehr Planungssicherheit bekommt". Der Wehrbeauftragte des Bundestages forderte einen Aufwuchs des Personals und ein konsequentes Schließen von Fähigkeitslücken.

Der Verteidigungsausschuss-Vorsitzende Röwekamp äußerte sich ähnlich: "Die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten bleibt unverzichtbar, zugleich wird der europäische Beitrag zur kollektiven Verteidigung künftig wachsen müssen", sagte Röwekamp der "Rheinischen Post". "Ein stärkerer europäischer Pfeiler erhöht am Ende die Stabilität und Glaubwürdigkeit der Nato insgesamt – sowohl gegenüber unseren Verbündeten als auch gegenüber Russland."

Weitere Meldungen

Israel kündigt Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär Guterres auf

Israel hat die Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär António Guterres aufgekündigt. Anlass sei die Entscheidung, Israel wegen Vorwürfen der sexualisierten Gewalt in

Mehr
Streit um Einstufung: Gericht weist Anträge von Dresdner CSD zurück

Der CSD Dresden Verein hat Widerspruch gegen die Nichteinstufung des Straßenfests als Versammlung eingelegt - im Eilverfahren allerdings eine Niederlage erlitten. Wie das

Mehr
Behörden: Drei Verletzte bei "Terrorakt" am Bahnhof Winterthur

Bei einem Angriff mit einer Stichwaffe hat ein Mann im schweizerischen Winterthur nahe Zürich drei Menschen verletzt. Die Behörden stuften die Attacke am Donnerstag als

Mehr

Top Meldungen

EU-Kommission plant vier Schutzmaßnahmen gegen China

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission will am Freitag Maßnahmen vorstellen, mit denen ein handelspolitischer Kurswechsel gegenüber China eingeleitet werden soll.

Mehr
Klingbeil kritisiert "Schneckentempo" bei Kapitalmarktunion

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) drängt auf eine zügige Einigung bei den Verhandlungen über die geplante Kapitalmarktunion. "Es ist

Mehr
US-Wirtschaft wuchs zu Jahresbeginn nur um 1,6 Prozent - Inflation steigt weiter

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs ist die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn weniger stark gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte nach Angaben des

Mehr