Politik

Rechtsgerichteter de la Espriella und linker Cepeda in Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien

  • AFP - 1. Juni 2026, 02:38 Uhr
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Abelardo de la Espriella
Bild: AFP

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gehen der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda in eine Stichwahl.

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gehen der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda in eine Stichwahl. De la Espriella kam nach Angaben der Wahlbehörde vom Sonntag auf 44 Prozent der Stimmen, Cepeda erzielte demnach 41 Prozent. Da keiner von beiden in der ersten Runde mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erreichte, ziehen beide in eine Stichwahl am 21. Juni ein.

Dann entscheidet sich, wer auf den scheidenden Amtsinhaber Gustavo Petro folgt, dem ersten linken Präsidenten in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Petro durfte laut Verfassung nicht erneut antreten.

Die rechtsgerichtete Senatorin Paloma Valencia kam auf weniger als sieben Prozent und lag damit deutlich hinter Cepeda und de la Espriella, der stärker abschnitt, als erwartet worden war. De la Espriella bezeichnet sich selbst als "Der Tiger", US-Präsident Donald Trump ist für ihn ein Vorbild. Als Präsident wolle er mit Unterstützung der USA mit Luftangriffen gegen bewaffnete Gruppen vorgehen, kündigte de la Espriella während des Wahlkampfs in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Cepeda will den Kurs von Petro fortsetzen und Friedensgespräche führen. In der Abschlusskundgebung des Wahlkampfs versprach der 63-jährige Menschenrechtsanwalt und Philosoph in soziale Programme zu investieren und den Staat "in den Dienst" der "Ausgeschlossenen" zu stellen.

Überschattet wurde die Wahl von einem deutlichen Anstieg der Gewalt. Während Petros vierjähriger Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit, der Mindestlohn stieg um 75 Prozent. Doch trotz Verhandlungen der Regierung mit den Guerilla- und paramilitärischen Gruppen des Landes verschlechterte sich die Sicherheitslage deutlich. Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen neben der Armee und linken Guerillagruppen auch rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind.

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