Politik

Studierendenverband kritisiert Abkehr von baldiger Bafög-Reform

  • AFP - 1. Juni 2026, 09:12 Uhr
Bild vergrößern: Studierendenverband kritisiert Abkehr von baldiger Bafög-Reform
Hörsaal mit Studentinnen und Studenten
Bild: AFP

Die Abkehr von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) von einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung Bafög hat für heftige Kritik bei Studierenden gesorgt. Dies sei eine 'Frechheit' gegenüber drei Millionen Studierenden, hieß es.

Die Abkehr von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) von einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung Bafög hat für heftige Kritik bei Studierenden gesorgt. Dies sei eine "Frechheit" gegenüber drei Millionen Studierenden und noch mehr gegenüber Studieninteressierten, teilte der Studierendenverband Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs) am Montag in Berlin mit. Er kündigte für Montagmittag eine Kundgebung vor dem Konrad-Adenauer-Haus an. 

Bereits jetzt hätten zwei Drittel der Studierenden einen Nebenjob, um ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise zu finanzieren, erklärte fzs-Vorsitzende Katharina Rummenhöller. Gleichzeitig sei die Armutsquote unter Studierenden so hoch wie in kaum einer anderen Gesellschaftsgruppe. 

Bär zeichne bewusst das Bild der privilegierten Studierenden, ergänzte fzs-Referentin Rahel Schüssler. "Hierbei verkennt sie, wofür das Bafög einst dienen sollte: einer Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, damit eben nicht nur junge Menschen studieren können, die sich ein Studium ohne Weiteres leisten können."

Die Ministerin hatte am Sonntag in einem Interview deutlich gemacht, dass sie nicht mehr mit einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung rechne. Gleichzeitig beschrieb sie die Situation für Studenten in Deutschland angesichts fehlender Studiengebüren als sehr privilegiert. Es sei "kein Drama", wenn Studierende neben dem Studium jobbten. 

Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU, CSU und SPD auf eine Bafög-Novelle geeinigt, die zum Wintersemester 2026/2027 eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro pro Monat vorsieht. Der Grundbedarf für Studierende soll in zwei Schritten zum Wintersemester 2027/28 und 2028/29 an das Grundsicherungsniveau angepasst werden. 

Nun verwies Bär auf Widerstand gegen die Reform aus den Regierungsfraktionen und äußerte Verständnis wegen allgemeiner Sparzwänge. Auch bei SPD und Opposition stieß dies auf heftige Kritik. 

Weitere Meldungen

Bündnis fordert Einführung von Gesundheitsfachkräften an Schulen

Ein Bündnis aus Gesundheitsverbänden, Schülern und Eltern fordert die Einführung von Gesundheitsfachkräften an deutschen Schulen. Ziel sei es, bundesweit bis zu zehntausend

Mehr
Neuer FDP-Chef Kubicki sieht sich nach Parteitag gestärkt

Der neugewählte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sieht sich nach dem Parteitag der Liberalen klar gestärkt. "Ich bin gewählter Bundesvorsitzender der gesamten Freien

Mehr
Nettozuwanderung nach Deutschland erneut deutlich gesunken

Die Nettozuwanderung nach Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. 2025 wanderten rund 235.000 mehr Menschen nach Deutschland ein als aus, wie das

Mehr

Top Meldungen

Werneke zieht rote Linien für Reformpaket

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat für das von der Regierung geplante Reformpaket mehrere Maßnahmen als

Mehr
Neues Milliardendefizit bei Bundesagentur für Arbeit erwartet

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung rechnet bei der Bundesagentur für Arbeit am Jahresende mit einem neuen Milliardendefizit. Das berichten die "Welt",

Mehr
Rentenversicherung erwartet stärkeren Beitragsanstieg ab 2028

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) rechnet damit, dass der Rentenbeitragssatz im Jahr 2028 stärker ansteigt als bisher angenommen. Das

Mehr