Lifestyle

Opposition kritisiert Regierung nach Niederlage bei UN-Wahl

  • dts - 3. Juni 2026, 19:29 Uhr
Bild vergrößern: Opposition kritisiert Regierung nach Niederlage bei UN-Wahl
Vereinte Nationen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat das Scheitern Deutschlands bei der Kandidatur für den UN-Sicherheitsrat als Folge einer unentschlossenen Politik der Bundesregierung bezeichnet. Es sei die "Quittung für eine Außenpolitik", die international an Glaubwürdigkeit und Vertrauen eingebüßt habe, sagte Brantner dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben).

Damit handele es sich um "eine herbe Niederlage" für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU), die dieses Vertrauen verspielt hätten. "Wer sich um einen Sitz im Sicherheitsrat bewirbt, muss die Vereinten Nationen und ihre Werte auch dann verteidigen, wenn es unbequem wird", so Brantner. Es reiche nicht, bei internationalen Krisen an der Seitenlinie zu stehen oder das Völkerrecht nur dann zu verteidigen, wenn es politisch gerade passe.

Außerdem habe die Bundesregierung die humanitäre Hilfe halbiert, kritisierte die Grünen-Chefin. Angesichts der zahlreichen globalen Krisen und des weitgehenden Rückzugs der USA aus der internationalen Entwicklungs- und Nothilfe sei dies "ein verheerendes Signal" gewesen.

Ines Schwerdtner, Parteivorsitzende der Linken, sieht in der Niederlage Deutschlands bei der Wahl um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine "Schlappe für den sogenannten Außenkanzler Friedrich Merz". Es sei noch nie passiert, dass Deutschland sich um einen Sitz beworben habe und nicht gewählt worden ist, sagte Schwerdtner dem Nachrichtenportal T-Online. Das sei "die Quittung dafür, dass Deutschland in den entscheidenden Konflikten dieser Tage den Mund gehalten und Völkerrechtsbrüche nicht eindeutig benannt hat."

Schwerdtner verwies auf Gaza, Venezuela und Iran. Deutschland habe zum Bruch des Völkerrechts geschwiegen, wenn die USA oder Israel sie begangen haben.

Als weiteren Grund sieht Schwerdtner, dass Deutschland die Entwicklungshilfe eingedampft hat. "So gewinnt man keine Wahlen bei der UNO. Und so hat Deutschland meiner Meinung nach in ihrem obersten Gremium auch nichts zu suchen", sagte die Linken-Politikerin.

Das BSW legt derweil Wadephul den Rücktritt nahe. Der "Moralweltmeister" müsse auf der Zuschauertribüne der Weltpolitik Platz nehmen, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Michael Lüders den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Das sei eigentlich ein Rücktrittsgrund für den Außenminister.

Die Entscheidung sei eine schallende Ohrfeige von der Weltgemeinschaft und die Konsequenz für die Nahost-Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Die Bundesregierung hat uns mit ihrer einseitigen Außenpolitik in der Welt unmöglich gemacht", so Lüders.

Weitere Meldungen

Kutschfahrt durch Stockholm: Schwedisches Königspaar feiert Goldene Hochzeit

König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia von Schweden haben am Samstag ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Knapp eine Woche vor dem eigentlichen Termin am 19. Juni begannen der

Mehr
Fußball-WM: Kanada lässt ghanaischen Nationalspieler Partey nicht einreisen

Kanada hat den ghanaischen Nationalspieler Thomas Partey nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft einreisen lassen. Wie der Weltfußballverband Fifa bestätigte, wurde ihm vor dem

Mehr
CDU-Sozialflügel weist Überlegungen zu AfD-Gesprächen zurück

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesvorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Dennis Radtke, hat Überlegungen zu einer möglichen Gesprächsbereitschaft gegenüber

Mehr

Top Meldungen

Dehoga warnt vor Jobverlust durch Warken-Pläne

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sieht durch die Reformpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Jobs gefährdet.

Mehr
Offenbar tiefe Gräben bei Reformgipfel im Kanzleramt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Arbeitgeber und Gewerkschaften sind offenbar mit diametralen Positionen in den Reformgipfel am vergangenen Mittwoch im Bundeskanzleramt gegangen.

Mehr
Warken will private Pflegevorsorge steuerlich fördern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht sich für eine stärkere Förderung der privaten Pflegevorsorge aus. Ziel müsse es sein,

Mehr