Brennpunkte

Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht

  • AFP - 4. Juni 2026, 16:52 Uhr
Bild vergrößern: Mutmaßlicher Drogenhandel über Darknet: Zollbeamter und Polizist unter Verdacht
Zoll-Logo auf Dienstauto
Bild: AFP

Ein Zollbeamter aus Niedersachsen soll gemeinsam mit mehreren weiteren Beschuldigten, darunter einem Polizisten, Drogen über das sogenannte Darknet vertrieben haben. Es geht um mehr als tausend Fälle.

Ein Zollbeamter aus Niedersachsen soll gemeinsam mit mehreren weiteren Beschuldigten, darunter einem Polizisten, in größerem Stil Drogen über das sogenannte Darknet vertrieben haben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei in Oldenburg am Donnerstag mitteilten, geht um mehr als tausend Fälle des Rauschgiftverkaufs mit einem Umsatz von mindestens einer halben Million Euro. Der Zollbedienstete und zwei weitere mutmaßliche Hauptbeschuldigte wurden demnach am Mittwoch festgenommen.

Dem Polizisten wird Beihilfe vorgeworfen, er befand sich den Angaben zufolge weiter auf freiem Fuß. Demnach rückten am Mittwoch zahlreiche Einsatzkräfte, darunter Mitglieder von Spezialeinheiten, zur Festnahme der drei Hauptverdächtigen sowie ergänzenden Razzien aus. Durchsucht wurden dabei zehn Wohn- und Bürogebäude in den niedersächsischen Städten Oldenburg, Bad Zwischenahn und Wilhelmshaven sowie in Hamburg.

Nach Ermittlerangaben sollen die Beschuldigten im Alter von 31 bis 37 Jahren arbeitsteilig vorgegangen sein, der Tatzeitraum reicht von Februar 2019 bis April 2026. Der Zollbeamte soll die Drogen beschafft und in einem Lager im Bereich Bad Zwischenahn zentral gelagert haben, während ein zweiter Hauptbeschuldigter das Rauschgift verpackt und über Postdienstleister versandt haben soll. Der dritte übernahm demnach die Zahlungsabwicklung. Der Polizeibeamte soll Lagerräume betrieben haben.

Die Drogen sollen die Verdächtigen über illegale Internethandelsplätze im Darknet sowie über Messengerdienste angeboten und international verkauft haben. Es geht um Rauschgifte wie Cannabis, Amphetamin und Kokain. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch beschlagnahmten Ermittler unter anderem Datenträger und Kommunikationsmittel sowie kilogrammweise Drogen, außerdem Vermögenswerte wie Bargeld und hochwertige Uhren.

Neben dem Zollbeamten aus Bad Zwischenahn sollen die beiden anderen Hauptbeschuldigte in Oldenburg und im Raum Hamburg ansässig gewesen sein. Der als Helfer beschuldigte Polizist arbeitet bei der Polizeidirektion Oldenburg. Ermittelt wird in dem Fall wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Drogenhandels. Die drei Hauptbeschuldigten wurden am Donnerstag einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

Weitere Meldungen

Hunderte Menschen protestieren in Libyen gegen Migranten und Flüchtlinge

Im nordafrikanischen Libyen haben hunderte Menschen vor dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Tripolis gegen irreguläre Migranten und Flüchtlinge protestiert. Sie riefen am

Mehr
In Frankreich gefundene Kinderleiche ist vermutlich vermisstes Mädchen

Der Fall einer seit sechs Tagen vermissten Elfjährigen sorgt in Frankreich für Entsetzen und Empörung: Nach intensiver Suche unter Beteiligung zahlreicher Freiwilliger wurde

Mehr
Medien: Trumps Ex-Berater Bolton will sich in Dokumentenaffäre schuldig bekennen

Der wegen unrechtmäßigen Umgangs mit vertraulichen Regierungsdokumenten angeklagte Ex-Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, will sich laut

Mehr

Top Meldungen

Städtebund zeigt sich enttäuscht über geplante Pflegereform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat den Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für eine Pflegereform kritisiert.

Mehr
Arbeiter-Samariter-Bund nennt Pflegereform "Bankrotterklärung"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat den Referentenentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) scharf kritisiert. Die Bundesregierung habe

Mehr
VdK kritisiert Pflegereform als "Schlag ins Gesicht" von Angehörigen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Sozialverband VdK warnt vor Belastungen für pflegende Angehörige und Kinder von Pflegebedürftigen durch die Pflegereform von

Mehr