Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Der Kurs des Bitcoin ist in der Nacht auf Samstag auf etwas über 59.000 US-Dollar bzw. etwa 51.500 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024 gefallen. Für Anleger sei es eine "Handelswoche des Grauens", sagte Marktanalyst Timo Emden. Ein Cocktail aus makroökonomischer Unsicherheit, institutionellen Mittelabflüssen sowie klassischen Gewinnmitnahmen treibe den Ausverkauf bei Bitcoin, während Kapital "zunehmend in neue Zukunftsnarrative rotiert".
Insbesondere bis zum geplanten Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX dürfte der Abgabedruck somit anhalten - denn Investoren, die sich für Bitcoins interessieren, interessieren sich womöglich auch für das Unternehmen von Elon Musk.
Weiterhin schwer im Magen liegt Anlegern zudem der jüngste Bitcoin-Verkauf durch Strategy. Die Transaktion hatte Spekulationen über mögliche strategische Verkäufe weiterer großer Marktteilnehmer ausgelöst und die ohnehin erhöhte Gewinnmitnahmebereitschaft verstärkt.
Für die Trump-Regierung wird die Entwicklung zudem zunehmend unangenehm. Mitte vergangenen Jahres galt Bitcoin als einer der sichtbarsten Profiteure des politischen Kurswechsels in Washington. Die Aussicht auf eine kryptofreundliche Regulierung hatte Anlegern neue Zuversicht verliehen. Mittlerweile werden diese Hoffnungen jedoch von ETF-Abflüssen, Gewinnmitnahmen und einer zunehmenden Konkurrenz um Risikokapital überlagert.
"Die Erwartung, dass eine kryptofreundliche Regierung automatisch steigende Kurse nach sich zieht, erhält damit erneut einen deutlichen Dämpfer", sagte Emden. Hinter der aktuellen Schwäche trete damit eine strukturelle Identitätskrise zutage, die den Bitcoin bereits seit Monaten begleitet.
Finanzen
Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit 1,5 Jahren
- dts - 6. Juni 2026, 10:37 Uhr
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