Im Fall eines 61 Jahre alten Schweden, der seine Frau zu bezahltem Sex mit etwa 120 Männern gezwungen haben soll, ist der für Mittwoch erwartete Urteilsspruch verschoben worden. Das Urteil werde erst am kommenden Dienstag verkündet, sagte ein Gerichtssprecher in Härnösand der Nachrichtenagentur AFP. Der Fall hat in Schweden für Fassungslosigkeit und für Vergleiche mit den Verbrechen gegen die Französin Gisèle Pelicot gesorgt.
"Angesichts des Ausmaßes des Falls und starker Arbeitsbelastung wird noch Zeit benötigt, das Urteil auszufertigen", erklärte das Gericht in einer Entscheidung, die AFP einsehen konnte. Bis zur nun für den 16. Juni geplanten Urteilsverkündung bleibe der Angeklagte in Haft.
Die Anklage wirft dem Schweden schwere Zuhälterei, acht Fälle von Vergewaltigung sowie Körperverletzung vor. Er soll seine Frau im Internet für bezahlten Sex angeboten und damit in den Jahren 2022 bis 2025 mehr als 500.000 schwedische Kronen (46.000 Euro) verdient haben.
Um seine Frau gefügig zu machen, bedrohte er sie laut Anklage und machte sie von Drogen und Alkohol abhängig. Die Ehefrau, die von der Staatsanwaltschaft als "schutzbedürftig" beschrieben wurde, forderte eine Entschädigung von umgerechnet rund 100.000 Euro.
Staatsanwältin Ida Annerstedt hatte dem 61-Jährigen zu Prozessbeginn eine "gnadenlose Ausbeutung" seiner Frau vorgeworfen. Er habe seiner Frau gedroht, wenn sie ihn verärgere, werde "das Monster freigelassen". Die Anwältin Silvia Ingolfsdottir, die die Ehefrau vertritt, sagte dem schwedischen Sender SVT, für ihn sei die Frau "wie eine Bankkarte" gewesen. Er "verkaufte sie wie eine Ware", fügte sie hinzu.
Die Staatsanwaltschaft fordert als Strafe zehn Jahre Gefängnis. Der Angeklagte war im Oktober im Norden Schwedens festgenommen worden, nachdem die Frau ihn angezeigt hatte. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Die schwersten Anschuldigungen hat er zurückgewiesen und nur ein weniger schweres Drogen-Vergehen eingeräumt. Bei der Prostitution habe es sich um ein "Geschäft" der Frau gehandelt, bei der er eine teils "administrative" Rolle gespielt habe, legte seine Anwältin Martina Michaelsdotter dar.
Der Fall wird in Schweden mit dem der Französin Gisèle Pelicot verglichen, deren Mann sie betäubt und dutzenden fremden Männern zur Vergewaltigung angeboten hatte.
Der Verkauf von Sex ist in Schweden nicht illegal, die Inanspruchnahme bezahlter sexueller Handlungen hingegen schon. Das Fördern oder Profitieren von Prostitution ist ebenfalls illegal. Das Verfahren in Härnösand fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Brennpunkte
Schwede soll 120 Männern Sex mit seiner Frau verkauft haben - Urteil vertagt
- AFP - 10. Juni 2026, 12:58 Uhr
Im Fall eines 61 Jahre alten Schweden, der seine Frau zu bezahltem Sex mit etwa 120 Männern gezwungen haben soll, ist der für Mittwoch erwartete Urteilsspruch auf Dienstag verschoben worden. Der Fall sorgt in Schweden für Fassungslosigkeit.
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