Nach einer richterlichen Entscheidung ist der Name von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des renommierten Kennedy Centers in Washington entfernt worden. Das Kulturzentrum habe der Gerichtsentscheidung Folge geleistet und "sämtliche physische Beschilderung am Kennedy Center" mit dem Namen des US-Präsidenten entfernt, teilte der Geschäftsführer des Kennedy Centers, Matt Floca, am Samstag mit. Ein Bundesrichter hatte zuvor einen Antrag des Verwaltungsrats des Kennedy Centers sowie des Justizministeriums zurückgewiesen, die Rückbenennung zu stoppen.
Eine weiße Plane verdeckte am Nachmittag (Ortszeit) noch einen großen Teil der Schrift an der Fassade des Kulturzentrums, sodass die Entfernung von Trumps Namen zunächst nicht erkennbar war.
Bundesrichter Christopher Cooper hatte Ende Mai entschieden, dass die von Trump vorgenommene Hinzufügung seines Namens rechtswidrig sei, da allein der US-Kongress das Recht zur Umbenennung habe. Er ordnete an, Trumps Namen binnen zwei Wochen von der Marmorfassade des Kulturzentrums zu entfernen. Von der Website war Trumps Name bereits Anfang der Woche entfernt worden.Â
Mit Blick auf den Ablauf der Frist wurde am Freitagvormittag am Gebäude ein Baugerüst aufgebaut. Kurz vor Fristende um Mitternacht beantragte das Kulturzentrum jedoch eine Verlängerung der Frist um zwölf Stunden, wie US-Medien berichteten. Die Arbeiten verzögerten sich durch "Gewitter, die Sicherheitsrisiken für die Arbeiter" darstellen, erklärte Geschäftsführer Floca.Â
Seit Freitag hatten sich zahlreiche Schaulustige vor dem Kulturzentrum versammelt, um den Aufbau des Gerüstes und die Entfernung des Namens zu beobachten. Die 42-jährige Elise Serbaroli aus Washington, die das Kennedy Center als einen ihrer "Lieblingsorte" bezeichnete, nannte die Entfernung von Trumps Name einen "großen Sieg". Die Umbenennung des Kennedy Centers habe ihr "das Herz gebrochen".
Der 65-jährige Dawn Martin stimmte ihr zu: Der Kongress habe beschlossen, dieses "wunderschöne Gebäude" nach John F. Kennedy zu benennen -  "einem Präsidenten, der diese Ehre verdient und dessen Name geschützt werden sollte", sagte Martin.
Neben der Menschenmenge, die den Gerüstaufbau mit gelegentlichem Jubel begleitete, verfolgten auch aus der Ferne zehntausende Menschen die Bauarbeiten in einer Live-Übertragung.
Das Kuratorium des Kulturzentrums und das Justizministerium hatten Cooper am Donnerstag aufgefordert, das Urteil auszusetzen. Der Richter wies den Antrag mit der Begründung zurück, dem öffentlichen Interesse sei "selten gedient durch die 'Fortführung' von 'rechtswidrigem' staatlichen Handeln". Der Verwaltungsrat und das Justizministerium legten daraufhin bei einem höheren Gericht Berufung ein.
Cooper hatte Ende Mai auch den Plan des Präsidenten, die Einrichtung ab dem Nationalfeiertag am 4. Juli für zwei Jahre zu schließen, vorerst gestoppt. Trump hatte den Schritt mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begründet.
Nach seinem Amtsantritt hatte Trump die Leitung des Kennedy Centers entlassen und ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz eingesetzt. Dieses beschloss dann im Dezember, Trumps Namen auf der Fassade über den des früheren Präsidenten John F. Kennedy zu setzen.
Nach der Ermordung von Präsident Kennedy 1963 war das Kulturzentrum zu seinen Ehren in Washington errichtet und 1971 eröffnet worden. Trump hatte es nach seiner Wiederwahl als linke, "woke" Institution bezeichnet und ein "patriotisches" Kulturprogramm angekündigt.
Brennpunkte
Richterlicher Beschluss: Trumps Name von Kennedy Center entfernt
- AFP - 14. Juni 2026, 02:26 Uhr
Nach einer richterlichen Entscheidung ist am Samstag der Name von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des renommierten Kennedy Centers entfernt worden.
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